Volkschulen in Plauen
Bis zum Erlaß des Volksschulgesetzes im Jahre 1835 bestanden in Plauen folgende Schulen: Insgesamt wurden 1433 Kinder von 14 Lehrern unterrichtet.
1835 trennte sich die Stadtschule vom Gymnasium. Der erste Lehrer an ihr hatte die Direktion der Stadtschule übergangsweise zu verwalten und dies zusätzlich zu seinen weiteren Aufgaben als Lehrer einer Klasse mit 70 bis 80 Schülern, dem Kirchendienst, der Kirchen- und Konzertmusik, dem Gesangsunterricht am Gymnasium, dem Unterricht in Musik am Seminar und der Abnahme der musikalischen Prüfungen. 1836 erschien im Vogtländischen Anzeiger ein Aufsatz über "die Notwendigkeit der Organisation der Bürgerschule zu Plauen". Es wurde ein Ausschuß gebildet, dem Moritz Kauffman, Eduard Ulbricht, Ernst W. C. Gössel, Johann Gottlieb Listner, Johann Christoph Theisig, Johann Friedrich Finke und William Schödel angehörten. Dieser Ausschuß verfasste unter anderem ein Schriftstück, in dem es hieß:

"Eine Bürgerschule soll nicht mehr wie bisher bloß eine Vorbereitungsanstalt für die Kirche sein, die nur nebenbei die allgemeine Ausbildung berücksichtigt, ob sie gleich ebenfalls die Erziehung des Kindes zum wahren Christen sich als eine Hauptaufgabe stellt, sondern sie soll jetzt ganz vorzüglich auch das noch leisten, worin die höher gestiegene Volksbildung, die höher gesteigerten Forderungen des bürgerlichen Berufes und die vollkommenere Staatseinrichtung erheischen. Unsere allgemeine Bürgerschule soll daher außer der sittlich religiösen Bildung, die sich durch alle Klassen derselben wie der rote Faden durch die englische Flotte hinzieht, den Zögling befähigen, durch eigene Fortbildung einst seine gewerbliche und öffentliche Stellung mit Nutzen und Ehren auszufüllen, die ihm künftig seine bürgerlichen Verhältnisse anweisen werden. Sie soll das Mädchen nicht bloß mit den sittlich-religiösen Grundsätzen und Gesinnungen ausstatten, die es vorzüglich braucht, um die Beschwerden, welche ihrer warten, mit Standhaftigkeit und Sanftmut zu ertragen, sondern auch mit denjenigen Einsichten und Kenntnissen ausstatten, die es als Glied eines gebildeten Volkes nicht entbehren kann und mit denjenigen Geschicklichkeiten bereichern, die sie fähig machen, teils eine geschickte Gehilfin des industriellen Lebens, teils eine Staatsbürgerin zu werden, die auch da, wo ihr der stützende Arm des Mannes fehlt, sich selbständig, gewissenhaft und klug zu bewegen versteht. Und dabei sollen die Lehrer die Erziehung der Kinder nicht aus den Augen verlieren und die häusliche möglichst unterstützen; denn es soll nicht für die Schule, sondern für das Leben gelernt werden. Die Bürgerschule heißt eine allgemeine, weil sie alle schulfähigen Kinder, sowohl Knaben als auch Mädchen, sowohl reiche als auch arme, in ihren Schoß aufnehmen und mit Ausnahme der Schule für arbeitende Kinder (Fabrikschule) in einem Haus, wiewohl für beide Geschlechter getrennt, unter einer Direktion, unter einem Gesetz den Unterricht so erteilen soll, daß für das Kind des Handwerkers so gut gesorgt wird wie für das der gebildeten Stände und daß auch nach der Konfirmation für Fortführung der Bildung der Fähigeren Gelegenheit gegeben werde."
Es wurde der Bau eines Hauses für die allgemeine Bürgerschule mit Realschule geplant. Ein geeignetes Grundstück fand sich an der Syra, wo 1834 das Hochwasser der Syra das Gasthaus "Zum goldenen Herz" hinwegschwemmte. Vergrößert wurde der Platz durch Ankauf zweier Privathäuser, sowie durch Hinzunahme des freigewordenen Platzes des ehemalige Syra-Tores, der Torschreiberwohnung und der eingestürzten Stadtmauer, die ebenfalls der Wasserflut zum Opfer fielen. Das Haus sollte mit Rücksicht auf das Wachstum der Stadt (sie zählte zu dieser Zeit 10000 Einwohner) für 2000 Kinder ausgelegt sein. Finanziert wurde dieses Bauvorhaben durch die Ausgabe von Stadtschuldscheinen und dem Verkauf der auf den Grundstücken ruhenden Gast- und Braugerechtigkeiten. Am 4. September 1838 wurde der Grundstein gelegt und am 3. Juni 1841 erfolgte die Weihe des neuen Schulgebäudes. Dieses Haus war damals in Sachsen etwas ganz besonderes, daß sogar Prinz Johann, König von Sachsen, der 14 Tage später in Plauen weilte, Gefallen an dem neuen Gebäude fand, im Gegensatz zur Kommunalgarde, über die er bei seinem Besuch Heerschau hielt.

- 1865 waren drei Bürgerschulen vorhanden
- 1866 Errichtung einer Fabrikschule durch die Kaufleute Facilides & Wiede
- 1876 Ankauf des Frankschen Hauses am Neundorfer Tor für Schulzwecke
- 1872 Ankauf zweier Grundstücke (ehem. Holzplatz am Anger und das Logengartengrundstück) für die Errichtung zweier Bezirksschulen als Ersatz für die 3. Bürgerschule
- Ostern 1870 Reorganistion durch Anstellung eines besonderen Direktors; bis dahin stand sie unter der Leitung des Direktors der 1. Bürgerschule
- 1871 Einführung eines obligatorischen Unterrichts für weibliche Handarbeiten



Bezirksschulen nach dem sächsischen Volksschulgesetz vom 26. April 1873

Höhere Bürgerschule Mittlere Bürgerschule Einfache Bürgerschule - mit Beginn des Schuljahres 1921/22 Einrichtung von höheren Abteilungen gemäß §4 Abs.5 des Übergangsgesetzes für das Volksschulwesen

Lutherschule (1. Bürgerschule) - mittlere Volksschule
  • mittlere Volksschule (ehemals 2. Bürgerschule)
  • Neundorfer Strasse
  • 1860/61 erbaut
  • 1864/65 durch einen Anbau erweitert
  • 1865 Einführung eines fakultativen Unterrichts für weibliche Handarbeiten
  • 1880 wird die hier untergebrachte "Dunkersche Bibliothek" auf die 1. und 2. Bürgerschule und die 1. und 2. Bezirksschule verteilt
  • 1882 Erbauung einer Turnhalle
  • am Ende des Schuljahres 1933/1934 wurde, da die Räumlichkeiten nicht mehr den Anforderungen an ein Schulgebäude entsprachen, die Schule aufgelöst und die einzelnen Klassen auf andere Schulen verteilt
   
Lessingschule (2. Bürgerschule) - mittlere Volksschule
  • Johannstrasse 56
  • 1865 Einführung eines obligatorischen Unterrichts für weibliche Handarbeiten
  • 1877 Errichtung einer Turnhalle
  • 1892 als mittlere Volksschule errichtet
  • im 2. WK zerstört
   
Angerschule (3. Bürgerschule / 1. Bezirksschule) - mittlere / einfache Volksschule
  • Am Anger 3
  • am 6. März 1874 Grundsteinlegung
  • Hebefeier am 2. Juli 1874 in Beisein von König Albert und Königin Karola
  • sie Oktober 1874 als einfache Volksschule in Benutzung genommen
  • am 2. September 1875 Weihe
  • für ca 1200 Kinder konzipiert; zeitweise bis zu 2000 Kinder besuchten diese Schule
  • 1884 war eine Vergrößerung durch einen Anbau notwendig
  • ab Ostern 1898 Aufbau eines Teiles der Schule als mittlere Volksschule mit jeweils zwei Klassen
  • ab Ostern 1905 ausschließlich als mittlere Volksschule
  • Erweiterung durch Aufstockung des vorhandenen Gebäudes und Schaffung von neun Klassenzimmer 1906 einschließlich Installation einer Zentralheizungsanlage
  • im 2. WK zerstört
   
Krauseschule (4. Bürgerschule / 2. Bezirksschule) - einfache Volksschule
  • Straßberger Strasse 30
  • 23. Oktober 1875 Hebefeier im ehemaligen Logengarten
  • sie wurde 1875 errichtet und am 9. Oktober 1876 in Gebrauch genommen
  • Anbau einer Turnhalle 1879
  • 1886 Anbau eines sechs Lehrzimmer umfassenden Anbau
  • im 2. WK zerstört
   
Schillerschule (5. Bürgerschule / 3. Bezirksschule) - einfache Volksschule
 
  • Jößnitzer Strasse 61 (Jößnitzer Straße / Schillerstraße)
  • Ostern 1882 feierliche Weihe der Schule einschließlich Turnhalle
  • 1885 Erweiterung der Schule durch einen Anbau
  • Ostern 1892 Bildung zweier Schulen aus der überfüllten - Bildung der 4. Bezirksschule und Unterbringung in der 2. Bürgerschule
  • im 2. WK zerstört
   
Heubnerschule (6. Bürgerschule / 4. Bezirksschule) - einfache Volksschule
 
  • Reissiger Strasse 46
  • 1896 erbaut
  • hervorgegangen aus der 5. Bürgerschule
  • die Einweihung fand Ostern 1897 statt
  • die Schule besaß eine eigene Turnhalle und ein Brausebad
  • mit ihr war eine Kochschule verbunden, der ersten ihrer Art in Plauen
  • die Kosten für den Schulbau einschließlich Kochschule, Turnhalle, innere Einrichtung und Strassenbau betrug 332000 Mark
  • im 2. WK zerstört
   
Seumeschule (7. Bürgerschule) - einfache Volksschule
  • Rückertstrasse 35
  • kam durch die Eingemeindung von Haselbrunn 1899 zu den Plauener Schulen hinzu
  • Ostern 1902 wegen Platzmangel Einrichtung von drei Klassenzimmern im alten Schulgebäude
  • 1903/1904 Vergrößerung durch einen Anbau, der acht Lehrzimmer, einen Zeichensaal, einen Handarbeitssaal, ein Lehrer- und ein Lehrmittelzimmer, sowie eine Turnhalle umfasste - Gesamtkosten 183319,04 Mark
  • die Amtswohnung des Direktors wurde in zwei Lehrzimmer und ein Schreibzimmer umgebaut
  • für die im Turnunterricht vorgesehenen "Bewegungsspiele" wurde der Spielplatz des Vereins für Bewegungsspiele gepachtet
  • im 2. WK zerstört
   
Chrieschwitzer Schule (8. Bürgerschule) - einfache Volksschule
  • Möschwitzer Strasse 44
  • kam durch die Eingemeindung von Chrieschwitz am 1. Januar 1900 zu den Plauener Schulen hinzu
  • sechsklassige Schule
  • ab Ostern 1902 siebenklassig
  • bis zur Fertigstellung der neuen Turnhalle wurde der Turnunterricht in der Turnhalle des Turnvereins Plauen-Chrieschwitz abgehalten
  • Einweihung der Turnhalle am 14.Oktober 1929
   
Kemmlerschule (9. Bürgerschule) - einfache Volksschule
  • Fiedlerstrasse 3
  • Mai 1900 Baubeginn unter Leitung der Baumeister Auerbach und Kühnel
  • die Baukosten, einschließlich Straßenbaukosten und Inventar beliefen sich auf ca 420000 Mark
  • 24 Normal- und 3 Kombinationsklassenzimmer, dazu Direktions- und Lehrerzimmer, LehrmittelräumeZeichensaal und ein Schülerbrausebad beherbergte das neue Schulhaus
  • feierliche Einweihung am 7. April 1902 in der Schulturnhalle im Beisein des Königl. Bezirksschulinspektors Dr. Friedrich Wilhelm Putzger, des Oberbürgermeister Dr. Schröder, Superintendent Lieschke und weiteren Honoratioren der Stadt Plauen
  • Schulbeginn am 8. April 1902 für 1274 Kinder in 24 Klassen
  • Verwendung der oberen Turnhalle als Gotteshaus, als Ersatz für den Betsaal in der Lettestraße 8; ausgelegt für ca 400 Besucher; Weihe am 14.9.1902 durch Superintendenten Lieschke
  • vom 26. bis 29. November 1932 gemeinsam mit der Herbartschule Schulstreik; Anlaß waren zwei Lehrer, die die Prügelstrafe auf recht brutale Weise praktiziert hatten; eine Verfügung der Stadtverwaltung, die städtischen Turnhallen, Sportplätze und Bäder für die Arbeitersportvereine und deren Kinder und Jugendabteilungen zu sperren, war ein weiterer Streikgrund; eine dreiwöchige Auseinandersetzung zwischen der KPD und der Stadtverwaltung blieb ohne Erfolg, sodaß es zum Streik kam, der keinerlei Änderungen brachte
   
Reusaer Schule (10. Bürgerschule) - einfache Volksschule
 
  • Tauschwitzer Strasse 7
  • kam durch die Eingemeindung von Reusa am 1. Juli 1903 zu den Plauener Schulen hinzu
  • 1909 Fertigstellung der Turnhalle, bis dahin wurde die Turnhalle des Turnvereins Jahn genutzt
  • 29. März 1912 Fertigstellung des Erweiterungsbaus
  • 1930 Vergrößerung des Turn- und Spielplatzes
  • am 17. September 1934 Weihe des neuen Schulgebäudes der Reusaer Waldschule
   
Dittesschule (11. Bürgerschule) - mittlere/einfache Volksschule
  • Dittesstrasse 31
  • am 15. März 1904 Beschluss seitens des Stadtrates über die Errichtung, wofür 525750 Mark bewilligt wurden
  • eröffnet Ostern 1905
  • Weihe am 29.April 1905
  • Baukosten ca 525750 Mark
  • in ihr waren Klassen für die einfache und mittlere Volksschule untergebracht
  • Pfingsten 1905 Eröffnung der Turnhalle - Baukosten 61500 Mark
   
Herbartschule (12. Bürgerschule) - einfache Volksschule
  • Herbartstrasse 2
  • Beschluss seitens der Stadt Plauen über den Bau vom 18. April 1905
  • Baubeginn am 2. Juli 1905
  • Baukosten ca 615491 Mark
  • Weihe am 8. Oktober 1906
  • Errichtung der Schule mit zunächst 16 Klassen
  • bis Ostern 1907 Erhöhung der Klassen auf insgesamt 22 (neun Knaben-, zehn Mädchen- und drei gemischte Klassen) - insgesamt 478 Knaben und 502 Mädchen
  • 1908/1909 Erhöhung der Klassenanzahl auf 29 für insgesamt 1239 Knaben und Mädchen
   
Mosenschule (13. Bürgerschule) - einfache Volksschule
  • Rähnis-/Reissiger Strasse
  • Baubeginn 1907
  • teilweise Inbetriebnahme Ostern 1908
  • Unterbringung von zehn Klassen der höheren und zehn Klassen der mittleren Volksschule
  • 1. Juli 1908 Inbetriebnahme der Turnhalle und Michaelis 1908 des gesamten restlichen Schulgebäudes
  • Weihe am 5. Oktober 1908
  • die gesamten Baukosten ohne Grundstück betrugen 599940 Mark
  • Auflösen der einfachen Volksschulabteilung im März 1913
   
Rückertschule (14. Bürgerschule) - mittlere/einfache Volksschule
  • Gunoldstrasse 26
  • einfache und mittlere Volksschule
  • erste Bauabschnitt am 31. März 1913 fertiggestellt
   
Karlschule (1. Höhere Bürgerschule / 15. Bürgerschule)
  • Bärenstrasse 20 (Martin-Mutschmann-Strasse)
  • hervorgegangen aus der 1. Bürgerschule
  • ab 1874 alleinig im Schulhaus an der Syrastrasse
  • 1889 Eröfnung an der Ecke Ziegelstrasse/Karlstrasse/Bärenstrasse
  • seit 1892 Bezeichnung als Höhere Bürgerschule
  • sie bestand aus einer Knaben- und einer Mädchenabteilung
  • achtklassige Ausrichtung
  • die höhere Fortbildungsschule, die sich seit 1876 mit zweijährigem Kursus an die Mädchenklasse angeschlossen hatte, wurde Ostern 1893 aufgehoben - als Ausgleich wurde mit Einführung einer 9. Klasse eine Oberklasse, mit Gewicht auf Englisch und Französische, aufgesetzt - 1901 kam noch eine 10. Klasse hinzu
  • Knaben, die nach neunjährigem Besuch der Schule aus der 1. Klasse entlassen wurden, waren vom Besuch der Fortbildungsschule befreit
  • eine Klasse durfte nicht mehr als 40 Schüler haben
  • während des 3. Reiches in Hans-Schemm-Schule umbenannt
  • im 2. WK zerstört
   
Diesterwegschule (2. Höhere Bürgerschule / 16. Bürgerschule)
  • Diesterwegstrasse 3
  • Weihe am 22.April 1911
  • von 1912 bis 1914 Anbau von zwölf weiteren Klassenzimmern
   
Goetheschule 1. Katholische Bürgerschule / 17. Bürgerschule
 
  • Ziethenstraße 9 (Thomas-Mann-Straße)
  • ersten Anregungen zur Errichtung einer katholischen Schule stammen aus dem Jahre 1894
  • Weihe am 10. April 1899
  • 179 Schüler und Schülerinnen in vier Klassen
  • Erweiterung Michaelis 1899 auf sechs Klassen und Ostern 1900 auf sieben Klassen
  • Umbenennung un "Katholische Bürgerschule"
  • Frühjahr 1900 Anbau mit drei weiteren Klassenzimmern
  • 1908/1909 670 Kinder in 17 gemischten Klassen
  • ab November 1929 wird für den Turnunterricht die Turnhalle des Turnvereins Jahn genutzt
   
Höcknerschule 2. Katholische Bürgerschule / 18. Bürgerschule
  • Heynigstrasse 3 (Höcknerplatz)
  • Grundsteinlegung im Frühjahr 1907
  • Weihe am 15. April 1908
  • insgesamt sechs Lehrzimmer, ein Vereinigungs- und zwei Lehrerzimmer, eine Turnhalle und ein Brausebad
  • Baukosten einschließlich Grundstückserwerb ca 195000 Mark
  • im 2. WK zerstört
   
Delitschschule / Hilfsschule
 
  • für Kinder, die dem Unterricht der Volksschule nicht folgen können
  • erste Versuche in Plauen mit minderbegabten Kindern durch Schuldirektor Höckner
  • 1877 Einrichtung von Nachhilfestunden in Form von Überstunden - Entwicklung zur "Abteilung für Minderbegabte"
  • 1893 zur Hilfsschule erhoben
  • untergebracht im Gebäude Schulberg 4 unter der Leitung des Direktors der 5. Bürgerschule
  • der Lehrplan beschränkte sich auf Sprechen, Lesen, Schreiben, Rechnen und Religion
  • großer Wert wurde auf Handfertigkeit und Handarbeitsunterricht gelegt
  • jedes Kind wurde vor der Aufnahme schulärztlich untersucht - Sanitätsarzt Dr. Dillner
  • Ostern 1902 Direktion durch den 1. Lehrer
  • Ostern 1906 Direktion durch den Oberlehrer Delitsch
  • 1910/1911 Unterbringung einiger Klassen in der 1. Bürgerschule
  • 4. März 1912 Umzug der Schule in das ehemalige Gymnasialgebäude in der Seminarstrasse 4/6
  • Ostern 1929/1930 12 Klassen mit insgesamt 142 Schülern
  • nach Umbauarbeiten benutzt die Schule die Räumlichkeiten in der Seminarstraße einzig und allein
   
Reißiger Schule
 
  • Nach den Birken 1
  • unter der Leitung der Rückertschule
  • unbeschädigt

Schulbäder
Die ersten Schulbäder waren in der 6. und 7. Bürgerschule zu finden. Das Bad der 6. Bürgerschule war im Kellergeschoß untergebracht und enthielt einen Ankleide- und einen Baderaum mit sechs Brausen. In der 7. Bürgerschule war für jede Brause eine besondere Zelle errichtet worden, um auch den Erwachsenen Haselbrunns die Gelegenheit zum Baden geben zu können.
1902 erhielt die neuerrichtete 9. Bürgerschule das dritte Bad. Ihm folgten 1905 die 11. Bürgerschule und 1906 die 12. Bürgerschule mit eigenen Bädern. Im November 1908 kam das Brausebad der 13. Bürgerschule hinzu, dem Ostern 1914 als siebentes das der 14. Bürgerschule folgte. Im April 1920 kam das Bad der katholischen Höcknerschule in städtischen Besitz.
Wegen Mangel an Heizstoffen blieben die Schulbäder von Dezember 1917 bis 1923 geschlossen.


Knabenhort
Gegründet wurde er am 22. Juni 1891 von einem gleichnamigen Verein.
Er sollte schulpflichtige Knaben während der schulfreien Zeit, Mittwochs und Samstags von 14 bis 19 Uhr und an den übrigen Wochentagen von 16 bis 19 Uhr, zu gemeinsamer Beschäftigung vereinigen, um sie so vor Abwegen zu bewahren (wenn es das heute für die Kiddies gäbe).


Volkskindergärten

- im April 1876 Umwandlung der bisherigen Beschäftigungsanstalten für arme Kinder in einen Volkskindergarten nach dem Fröbelschen System

Die nach dem Fröbelschen System geleiteten Volkskindergärten standen als städtische Anstalten unter der Aufsicht des Schulausschusses und unter der Leitung von Bürgerschuldirektoren. Der erste Volkskindergarten war 1876 aus einer von privater Seite gegründeten Kinderbeschäftigungsanstalt hervorgegangen (und nein, KInderbergwerke gab es zu dieser Zeit in Plauen keine mehr).


Volkskindergärten im Jahre 1941:

Straßberger Straße 50 (Krauseschule)
Leiterin: Johanna Kunze
Kindergärtnerin: Dorothea Schmidt
Aufwärterin: Hilma Luding

Forststraße 76
Leiterin: Margarete Wilhelmi
Kindergärtnerin: Ilse Schmidt
Aufwärterin: Lina Preßler

Fiedlerstraße E36Z
Leiterin: Lotte Ortenbach
Kindergärtnerin: Gerda Schuster
Aufwärterin: Charlotte Schreiner

Lange Straße 52
Leiterin: Charlotte Fährmann
Kindergärtnerin: Johanna Grimm
Aufwärtin: Elise Wolf

Herbartstraße 2
Leiterin: Elisabeth Dennhardt
Kindergärtnerin: Elisabeth Lohse
Aufwärterin: Gertrus Sammler

Privat-Kindergärten
Schildstraße 26
1880 gegründet
Elli Sippach

Tischendorfstraße 33
Hildegard Wünsche

Schillerstraße 113
Johanna Wolf



Schule für Hauswirtschaftslehre
Auslöser für die Gründung dieser Schule im Jahre 1897 war der frühe Eintritt der weiblichen Arbeiterbevölkerung in Lohn und Brot in der Industrie und damit eine mangelnde hauswirtschaftliche Ausbildung, insbesondere im Kochunterricht, im eigenen Elternhaus, Die Räumlichkeiten befanden sich in der 6. Bürgerschule und umfassten Ankleide-, Küchen- und Vorratsräume. Der Unterricht war für die Konfirmandinnen obligatorisch und wurde unentgeltlich erteilt. Unterrichtszeit war täglich von 8 bis 12 Uhr, wurde von einer Lehrerin erteilt, der fünf Gehilfinnen zur Seite standen.
Täglich mussten 100 bis 120 Portionen hergestellt werden, die zum Teil den Arbeiterinnen, zum Teil den Schülerinnen und zum Teil den Insassen des nahe gelegenen Armen- und Arbeitshauses zu gute kam. In den Jahren 1906/1907 war der Andrang zu den Kursen so stark, daß 1907 in der 12. Bürgerschule eine zweite Kochschule eröffnet wurde.

Abendnähschule
Durch die am 1. Oktober 1886 eröffnete Abendnähschule sollte Frauen und Mädchen Gelegenheit zum Erlernen der nötigsten Handarbeiten geboten werden. Der Unterricht umfaßte das Ausbessern und Stopfen von Kleidern und Wäsche, Nähen, Zuschneiden und Anfertigen einfacher Kleider. Das erforderliche Material war mitzubringen. Das Unterrichtsgeld betrug monatlich 50 Pfennige. Der Unterricht fand von Oktober bis März zweimal wöchentlich von 19.30 bis 21.30 Uhr in zei Abteilungen statt. Eine Abteilung war in der 1. Bürgerschule , die zweite Abteilung in der 7. Bürgerschule untergebracht. Den Uterricht erteilte eine Handarbeitslehrerin, der mehrere Gehilfinnen zur Seite standen. Auf Grund der grossen Nachfrage wurde 1901 an der 3. Bürgerschule eine dritte Abteilung eröffnet. Ihr folgten 1912 die vierte an der 7. Bürgerschule und 1922 die fünfte an der 15. Bürgerschule. 1927 wurde die Abteilung in der Karlschule wieder aufgelöst und 1928 die Abteilungen der Anger- und Diesterwegschule zusammengelegt und in die Krauseschule verlegt.

Anzahl Teilnehmerinnen
1907 1583
1910 1682
1923 1450

Einrichtung der Schul- und öffentlichen Jugendspiele
text

Lehrerbücherei
Bis Ende 1899 bestand für jede Bürgerschule eine besondere Lehrerbücherei. Am 1. Januar 1900 wurden diese aufgelöst und, gemeinsam mit der Bücherei für Turnunterricht, zu einer Zentralbücherei im Gebäude der höheren Bürgerschule vereinigt. In den einzelnen Schulen verblieben nur die von den Lehrern im Unterricht benützten Bücher. Die Verwaltung der Zentralbücherei lag in den Händen von Oberlehrer Kraner.
Schülerbüchereien waren zur damaligen Zeit in allen Schulen eingerichtet.

Bezirksbildstelle
1919 gegründet galt sie als eine der ältesten in Sachsen. Ihre Tätigkeit erstreckte sich auf sämtliche städtische Schulen, sowie auf alle dem Wirtschaftsministerium unterstehenden Gewerbe- und Handelsschulen im Amtsbezrik Zwickau und die Volks- und Berufsschulen im Bereich des Bezirrksverbandes der Amtshauptmannschaft Plauen. Zusätzlich wurde eine Landschule des Schulaufsichtsbezirkes Oelsnitz beliefert. Untergebracht war sie im Erdgeschoß der Knabenberufsschule.
Für die Erwachsenen und die schulentlassene Jugend bestand die Möglichkeit, sich Kultur- und Lehrfilme auf der Kulturfilmbühne
vorführen zu lassen.

Stiftungen für die Volksschulen Der Großteil dieser Stiftungen verloren während der Inflation im Jahre 1923 ihren Wert.