Zeittafel für die Plauener Textilindustrie

um 1450 Entstehung des Tuchmachergewerbes
um 1550 Beginn der Baumwollverarbeitung (Schleiergewerbe) in Plauen
1597 Privilegierung des "Schwarzfärbens" in Plauen
1600 Erlaß der ersten "Schleierordnung"
Pflicht zur Schau und zur Stempelung der fertigen Erzeugnisse, um den Namen "plauener Waaren" führen zu dürfen
1602 Plauen wird Kreisstadt
1611 - 1613 in Plauen wütet die Pest
1617 zweite "Schleierordnung"
Verbot für Fremde, Waren abzugeben, womit die Vorteile des Schleierhandels für Plauen gesichert wurden
1650 Aufnahme der Fabrikation von "Flören"
grobes, undichtes Gewebe, welches schwarz gefärbt und für Halstücher verwendet wurde
1659 Innungsartikel der Zeugmacher und der Wollenweber
1663 dritte "Schleierordnung" und "Bleichverordnung"
Forderung eines Mindestvermögens und der Fähigkeit zur Lagerhaltung - Ausschluß von fremden Erzeugnissen aus der Plauener Bleiche
1695 Erweiterung der Plauener Produktion durch Joh. Fr. Schild
1715 letzte Ordnung der Schleierhändlerinnung - Schilds Privileg geht auf die gesamte Innung über
um 1750 aus dem auf Plauen konzentrierte Schleiergewerbe erwächst eine allgemeine "vogtländische Baumwollwarenmanufaktur"
1754 Einführung der Kattundruckerei in Plauen
1764 Reglementierung des Baumwollgewerbes
1774 erneute Reglementierung des Baumwollgewerbes
1775 Einführung der Hand- (Kettenstich-) Stickerei in Eibenstock durch Klara Nollain geb.Ungermann
1775 - 1790 Blütezeit der vogtländischen Baumwollmanufaktur
1791 Aufstellung der ersten Spinnmaschine in Plauen
ab 1790 Untergang der Plauener Handspinnerei
1806 Verhängung der Kontinentalsperre
1807 - 1810 Aufkommen der mechanischen Spinnerei in Sachsen
1810 letztmaliger Hochstand des vogtländischen Baumwollgewerbes
1810 Einführung der Handplattstichstickerei in Plauen durch das Ehepaar Krause
1817 Jahr der stärksten Krise - Hungersnot
1828 Josua Heilmann erfindet in Mülhausen/Elsaß die Stickmaschine - 1841 durch F. E. Rittmeyer, St. Gallen, verbessert
1830 - 1840 Glanzzeit der Plauener Weißwarenindustrie (Ausnäherei)
1833 Einführung der Appretur in Plauen durch Paulowitz
1834 Anschluß Sachsens an den Deutschen Zollverein
1836 Aufstellung zweier Heil'mannscher Stickmaschinen
um 1840 Beginn der Fabrikation handgewebter Zwirn- und Mullgardinen
1844 Gründung der Firma Schnorr und Steinhäuser
1857 Bei einer Nacht- und Nebelaktion wurden von Firma Schnorr zwei verbesserte Stickereimaschinen und ein Schweizer Sticker samt Familie aus der Schweiz über den Bodensee nach Deutschland geschmuggelt (Ausfuhr der Maschinen war nicht erlaubt)
um 1860 Aufkommen der alten Konfektionsbranche in Verbindung mit der Maschinenstickerei
um 1860 Entwicklung der Zwirnerei in Plauen
1863 Beginn der mechanischen Weberei in Plauen
1864 Einführung der tamburgestickten Tüllgardine in Plauen
1871 Glanzzeit der Fabrikation handgewebter Gardinen
1872 Einführung der gewebten englischen Tüllgardine durch eine Plauener Firma in den hiesigen Handel
1879 Absenkung des Tülleinfuhrzolles und Erhöhung des Gardineneinfuhrzolles
1880 Gründung einer ersten Weberei englischer Gardinen in Plauen durch eine Nottinghamer Firma
1881 der Prokurist der Firma F.A. Mammen u. Co., Theodor Bickel, erfindet gemeinsam mit dem Stickmeister Klaus und dem Zeichner Tröger die Tüllspitze (Beginn der Spitzenfabrikation)
1882 Aufkommen der Spachtelgardine
1883 wurde von der Firma Robert Neubauer in Plauen ein Patent für ein Verfahren "durchbrochene Stickereien herzustellen" eingereicht. Damit konnten ganz neue filigrane Gebilde geschaffen werden, die als Ätz- oder Luftspitzen bezeichnet wurden
1883 Einführung der Schiffchenstickmaschine
um 1890 völliges Erlöschen der Fabrikation handgewebter Gardinen
1894 Aufkommen der buntgewebten Gardine (Madras-Etamine-Gardine)
leichtes, durchsichtiges, siebartiges, bundgefärbtes Gewebe
1902 Einführung der Automatenstickmaschine
1905 Plauen wird Großstadt
1906 Beginn der Tüllproduktion in Plauen
1907 Aufnahme der Webspitzenherstellung in Plauen
1912 Höhepunkt der Stickerei- und Spitzenindustrie - insgesamt 16.000 Stickmaschinen stehen im Einsatz
1914 - 1918 der Weltkrieg legt die gesamte Plauener Industrie lahm
1919 Aufkommen der Nähgardine (konfektionierte Gardine)
1923 Plauen hat 1923 die meisten Arbeitslosen aller deutschen Großstädte - es stehen fast 40 % der Schiffchenstickmaschinen still.
1925 erste Anfänge der Fabrikation kunstseidener Wäsche
1935 in der Stadt sind 277 gewerbliche Stickereifirmen tätig
1936 Aufnahme der Zellwollproduktion in Plauen
   
   
   
   
1945 das Spitzen- und Stickereizentrum Plauen liegt zu vier Fünftel in Schutt und Asche. Vernichtet sind auch die meisten Stickereikapazitäten und Musterkollektionen