Zur Geschichte der Plauischen Zeugwürker-(Zeugmacher-) Innung, sowie der Innung der Zeug-, Leinen- und Wollenweber zu Plauen und deren durch Recess vom 9. Mai 1660 geordneten Streitigkeiten.
von A. Neupert 1913 - gekürzte Fassung

Um die Mitte des 15. Jahrhunderts hatte sich, wie in verschiedenen andern vogtländischen Städten, auch in Plauen die Tuchmacherei zu einem hervorragenden Gewerbe zu entwickeln begonnen. Über die Verhältnisse und die Bedeutung der bis Ende des 16. Jahrhunderts in Plauen blühenden Tuchindustrie geben den besten Aufschluss die Spezialinnungsartikel der Tuchmacherinnung von Plauen v. J. 1577, confirmirt unter dem 16. Juli 1577 durch August, Herzog zu Sachsen.
Gegen das Ende des 16. und Anfang des 17. Jahrhunderts begann das Tuchmacherhandwerk im Vogtlande seine einstige Bedeutung zu verlieren, da dieses Gewerbe durch die Wollzeugfabrikation, welche die Anfertigung von leichteren Tuchen aus Kammwolle (gegenüber den aus Streichwolle gefertigten schwereren Artikeln der Tuchmacher) umfasste, mehr und mehr verdrängt worden war. Diese Wollzeugfabrikation war ums Jahr 1613 durch niederländische Flüchtlinge, welche aus Anlass der Religionsverfolgungen des spanischen Königs Philipp II. ihr Vaterland hatten verlassen müssen, in das dem Vogtlande benachbarte reussische Gebiet,. besonders nach Gera, verpflanzt worden. Auch in Plauen fand diese Schafwollzeug- bzw. Merinofabrikation bald darauf Eingang, und den Zeugmachern des Amtes und der Stadt Plauen wurden Spezial-Innungsartikel durch Herzog Moritz von Sachsen (Zeitz) unter dem 4. Juni 1659 landesherrlich confirmirt. Die Zeugwirker (gleichbedeutend mit den Schafwolle verarbeitenden Zeugmachern) unterschieden die ein­kämmige und doppelkämmige Bearbeitung. Die mittelst eines aus einem Holzstiel und daran befindlichem Zinken bestehenden Kammes aufgelockerte, also gekämmte, lange Wolle (Kammwolle) kam, nachdem sie zu Wollgarn gesponnen, zur Verwebung an den Würker, und sodann wurde dieses Kettgarn in einem Holzrahmen, in welchem dicht beieinander Holz- oder Eisenstifte eingesetzt waren, Faden für Faden hindurchgeleitet, um unmittelbar hinter demselben durch den Einschlag (Schuss) zu einem festen Gewebe verbunden zu werden. Diesen Rahmen nannte man Blatt oder Kamm, und hiernach machte man die Unterscheidung. — Nur die Plauische Zeugwürker-Innung hatte das Recht, doppelkämmig zu würken. Neben der Zeugwürker-Innung bestand in Plauen gleichzeitig noch die Innung der Zeug-, Leinen- und Wollen-Weber. Der Unterschied zwischen diesen beiden Innungen bestand in der Verschiedenheit ihrer durch Zunftzwang be­grenzten Artikel. Während den Zeugmachern oder Würkern nur die Herstellung rein schafwollener Waren zustand, waren die Wollen- Zeug-, auch Leinweber genannten berechtigt, auch halb- oder ganzleinene und halbwollene Waren, d. h. aus Leinen oder Baumwolle mit Schafwolle gemischte, zu fabrizieren, wie auch rein schafwollene Waren, diese jedoch nur nach hol­ländischer Art aus Satinfaden, herzustellen. Im Laufe der Zeit kam es dahin, dass die Zeugwürker sich ihrem Arbeitsgebiete nach den Tuchmachern näherten, wogegen die Wollenweber resp. Zeug- und Leinenweber tatsächlich zu Baumwollwebern wurden und nur der hergebrachten Bezeichnung nach „Wollweber” hiessen.

Die Spezialinnungsartikel der Zeug-, Leinen- und Wollen­weber, welche nachstehend dem Wortlaute nach zur Ver­anschaulichung der damaligen Innungsverhältnisse wiedergegeben werden, wurden vom Herzog Moritz von Sachsen-Zeitz unter dem 11. März 1659 bestätigt, und in dem am 9. Mai 1660 confirmirten Recess wurde bestimmt, dass die Zeugwürker nicht Halb- oder Ganz-Leinenes würken durften, während den Webern nachgelassen wurde, ganz- oder halbwollene Zeuge zu würken, dieselben aber nur ellenweise, nicht in ganzen Stücken zu verkaufen. Diese Innungs-Artikel tragen in allen ihren Einzelbestimmungen den Charakter ihrer Zeit an der Stirn, sie enthalten einschneidende Unterscheidungen zwischen Innungsverwandten und Fremden, welche besonders beim Aufdingen der Lehrlinge, beim Wandern, bei der Erlangung des Meisterrechtes, bei der Wiederverheiratung von Meisterswitwen u.s.w. bestanden, und geben zugleich einen vollen Einblick in die Fabrikationsweise selbst. Die Zeugmacher-Innung wandelte sich im Jahre 1866 in eine Grabekassen-Gesellschaft um. Die Zeug-, Lein- und Wollenweber-Innung heisst von 1855 ab amtlich nur noch „Weber-Innung”, deren Generalversammlung vom 15. Oktober 1866 die Auflösung der Innung und Umwandlung in eine allgemeine mit dem Vermögen der Innung fundierte Grabekasse beschloss. Die in den Innungsakten vorgefundenen wichtigsten urkundlichen Nachrichten sind auszugsweise angefügt:

Innungs-Articul der Zeug-, Lein- und Wollenweber zu Plauen
„bestätigt und confirmiret vom Herzog Moriz von Sachsen-Zeitz am 11. März im J. 1659, nebst einem Recess zur Beseitigung der Differenzen zwischen dem Ehrbaren Handtwerk der Zeugwirker einerseits und den Zeug-,Lein-und Wollenwebern anderseits unter dem 9. Mai 1660, ratificirt unter den 19. Juni dato Naumburgk.”

Der erste Articul
Wann ein Meister einen Lehr Jungen auff und annehmen will Ihme das Handtwerk zu lernen, so soll Er ihm solches Zuvor Vierzehn Tage versuchen laßen und wann die Vierzehn Tage umb sein, so soll der Meister ihn Vor das Handtwerk bringen und vor offener Lade auff drey Jahre auff- u. annehmen, der Lehrjunge dem Meister Zwei Bürgen sezen, daß Er seine Zeit ehrlich und redlig ausstehen will, Wie einem Jungen geziemmet u. gebühret, seinem Lehrmeister treu und fleißig sein und ihm iederzeit an die Handtgehen, Undt wann Er die drey Jahr nicht außstehet oder wankelmüthig wirdt, so sollen die Bürgen statt seiner Vorgenommen werden, dem Handtwerk, wenn er aufgenommen wird, Einen Gulden in die Laden, in gleichen Fünfgroschen Fordergeld und da der Lehrjunge eines Bürgers Sohn ist, dem Rathe gleichfalls einen Gulden, Ist er aber kein Bürgers Sohn, so giebt Er der Obrigkeit Zween Gulden, davon der eine Gulden unßerm gnädigsten Herren im Ambte berechnet wirdt, der andere Gulden aber dem Rath Verbleibt undt wenn ein Meister einen Jungen ausgelernet hatt, so soll er ein Jahr anstehen, ehe Er wieder einen andern annimmt.
Der ander
So ein frembder unßer Handtwerk erlernet, der soll aus der Stadt Plauen auf zwey Jahr, eines Meisters Sohn aber ein Jahr auf die Wanderschaft sich begeben.
Der Dritte Articul
So ein Meister seinen Sohn ufsezen will ihn Ihn das Handtwerk zu lernen, so soll Er ihn beym Handtwerk einschreiben laßen, dem Handtwerk einen halben Gulden in die Laden und dem Rathe auch soviel zu entrichten schuldig sein, Ist aber ein Landmeister der dieses Handtwerk mithält, So giebt er überdies auch noch einen halben Gulden in das Amt.
Der vierte Articul
Es soll kein Meister dem andern seinen Gesellen abhändig machen oder Verhezen, so soll auch derienige Gesell von seinem Meister ein Uhrlaubstück machen, Wenn Er wandern will und alßdann wieder Vier Wochen Von der Stadt Verwandern, undt darnach sich wieder nach Handtwerksgewohnheit in arbeit einführen laßen, Welcher Meister zu voran auff der Herberge angeschrieben ist.
Der Fiinffte Articul
So sich der eine oder der andere von Frembten ortten allhier in dieße Stadt Plauen begebe und sich allda nieder zu laßen gedächte, so soll Er sich bey dem Handtwerke dieses ortts angeben, seinen gebuhrts- und Lehrbrief vorlegen und dann das Jahr zu verarbeiten sich einschreiben laßen, und wann Er das Jahr ausgearbeitet hatt, soll Er drey Viertel Jahr muthen, und wenn Er daßelbige Verrichtet hatt, so sollen ihm die Viermeister-Stück zu verfertigen aufgetragen werden, wie folget: Auß (Alß) einem tüchtigen wohlbereiteten Seiden­jichke (d. h. Seidenkleid) ein Stück genadelt 15 oder 19 schüßig desgleichem ein Stück Zwilch in Sechzigergängen, und 6 Viertel breit und wenn er es in Acht wochen nicht Verfertiget oder damit nicht besteht, daß es tüchtig Befunden, so soll er wiederumb von dieser Stadt ein Jahr Wandern, undt Wenn Er wiederkommt, soll Er bey dem Handwerk wieder anhalten und seine Meisterstück von Neuem Verfertigen.
Der Sechste Articul
Es sollen alle Quartall einem ieden Meister seine Arbeit von Zweyen geschwohrenen Vormeistern gemeßen werden, ob Er auch richtige Breite in seiner Werkstadt führet und sollen von nahe zu rohe so unrecht erfunden werden, von iedem Sechs Pfennige zur Straffe dem Handtwerk verfallen haben.
Der Siebende Articul
Wenn einer unseres Handtwerks Meister wird, so soll Er dem Handtwerk vier Gulden zum Meisterrecht in die Laden geben, Ingleichen seine Meistermahlzeit, wie bey andern Handtwerken üblich und bräuch­lich entrichten auch einen Gulden E. E. Rathe dafern er eines Meisters Sohn erlegen, Ist er aber keines Meisters Sohn, so wird dieser Gulden gedoppelt, alß einen ins Ambt und einen dem Rathe gegeben, zu iedem Meisterstück wird ein Rathsgliedt ersuchet und gebethen. Die Jahres Rechnung aber, so gleich andern vorm Rathe geschieht, wirdt zu dem Ende auch dem Ambte angesaget, ob denselben wegen unseres gnädigsten Herrn Intereße den Stempelgebühr iemanden dazu abordtnen wolte.
Der Achte Articul
Wann ein Meister seinem weib und Kindern entfallen, die wittib bei dem Handtwerk verbleiben und das Handtwerk mit Ihren Kindern oder mit ehrlichen Gesellen treiben will, so soll sie alle Quartale ihren Quartalgroschen Bey dem Handtwerk erlegen, Wann Sie aber wieder heyrathet einen unseres Handtwerkes, so soll Sie das recht haben wie eines Meisters Sohn oder Tochter.
Der Neunde Articul
Es soll sich kein junger Meister unterstehen den geschwohrenen Meistern Bey offener Laden vorzugreifen oder sich mit einem andern Hadern und Zanken oder liegen (Lügen) heißen, sondern wo sich einer deßen unterfangen würde, so soll Er nach erkenntniß der alten und Jungen Meister dem Verbrechen nach zu gebührender Straffe gezogen werden, die sich aber über zehngroschen bey dem Handtwerk nicht erstrecken, sondern do das Verbrechen höher, solches an die Gerichte gewießen werden soll, auch in des Vormeisters Behaußung kein mördtlich gewehr bey sich führen bei Straf eines Guldens, halb dem Rathe und halb dem Handtwerk.
Der zehnde Articul
Daß sich keiner unterstehen soll, der nicht unser zünftiger Meister allhier und unserer Zunfft undt Innung zugethan ist, zwischen den Jahr- und Wochenmärkten gefärbte Wahren an ganz und halb-wollener Arbeit, deßgleichen schwarze Leinwandt und Zwillich haußiren in der Stadt herumb Zu tragen und Zuverkauffen und do sich jemand darüber betreten läßet daß wier befugt sein. dieselbigen Wahren durch die Gerichte wegzunehmen, davon ein Dritteil in die fürstl. Cammer berechnet, ein Drittheil dem Rathe, und ein Drittheil dem Handtwerk zugeignet werde.
Der Eilfte Articul
So einem Meister von denen Bürgern arbeit gebracht wirdt oder von den Leuthen undt würkweibern, Sie seien wer Sie wollen, so soll derjenige Meister daßelbige garn in gute obacht nehmen, und den Leuthen gute Eile und gewicht wiedergeben, kein Stöhrer das garn auß der Stadt Von den Bürgern selbst abhohlen oder die arbeit wieder den Leuthen oder Bürgern heimtragen, bey Verlust derselbigen arbeit und garn, undt so offt sich einer darüber betretten läßet, iederzeit ein Neuschock Straffe, halb dem Rathe und halb dem Handtwerk verfallen seyn.
Der Zwölffte Articul
Das wir Meister unseres Handtwerks auch freyhe Hand haben, unßere Wolle die wir verarbeiten zu kemmen, kartezschen und spinnen zu laßen.
Der Dreyzehende Articul
Dieweil auch bisher nun etliche Jahr in unserer gnädigsten Herrschaft Länder, von den Leinwebern in Städten ezliche neue Wahren uff nieder Ländische artt, als, Vorstatt harras haraus ganzwöllene Massten Macheyer Leinwand Gansäuglein und grobgrüne von halb-ganz wöllene, seidenen garn erdacht und gemacht worden seindt, auch was noch von solchen Wahren erdacht und gemacht werden könnte, ohne iemandes einreden wer dieselben auch sein möchten : wir künftig nachmachen oder machen laßen könnten, Es sollen auch dieselben Wahren in gleichheit rechter Breite und Länge von uns wie mit andern Wahren gehalten, gemacht werden, daß in denselbigen kein Betrug zu finden und die Händtler und Cramer sich hierüber nicht zu beklagen haben, davon wir unserer gnädigsten Herrschaft Von Vier u. Zwanzig Ellen Zween Pfennig Stempel Gebühr reichen und geben wollen. Damit auch hierinnen allenthalben• desto richtiger urabgegangen werde, sollen die verfertigten Zeuge auff öffentlichem Rathhauße durch Zween geschworene Vormeister geschauet und nach Befinden gesiegelt, die untüchtigen Zeuge und Wahren aber in der Schau Verschlagen und Zurückgeworfen werden.
Der vierzehende Articul
Weil auch in Vorigen Privilegio begriffen und nächster Articul besaget, das allerley nieder Ländische wahren. an halb und ganz wöllener Arbeit. Was künftig von denselben gemachet oder noch er-dacht werden könnte ohne iemandes Hinderung wie das Handtwerk der Leinweber allein zu machen, befugt seien, sintemahl wir aller Handtwürken lernen und darauff wandern, Als soll forthien niemandt außer das Leinweber Handtwerk, der unßer Zunfft und Innung nicht zugethan ist, grobgrün, Harras, Vorstatt oder andere halb und ganz wöllene Waaren durch unsere Zeuge und über unsere Stühle zum Verkauf zu machen nachgelaßen seyn bey Straff wehr darüber betretten wird, iedesmahl ein Neuschock halb der Obrigkeit und halb dem Handtwerk (Dieser 14. art ist durch ein fürstl. gnäd. rescript v. 10. Octbr. 1659 erklehrt und deßwegen ein absonder­licher receß gefertigt worden, so hernachstehend zu befinden).

Confirmiren und Bestetigen demnach dieselben auch hiermitt und in Kraft dieses Brieffs dergestalt und also, daß Sie solche Innung und ordtnung hienführo haben, halten und beschriebener maßen ge­brauchen sollen und mögen. Jedoch unßerm Erben und nachkommen, an unßerer Landes Fürstl. Hoheit und Regalien, auch sonsten männig­liehen an seinen Rechten unschädlich, Behalten unß undt unßere nachkommen auch hiermit Zuvor, solche ordtnung und Innung unseres gefallens Zubeßern zu ändern, zu mindern, zu mehren in gänzlich oder zum Theil nach fürfallender gelegenheit hienwieder uffzuheben. Undt gebiethen hierauff unsern ietzigen und künftigen Haubtmännern, Schößern und dem Rathe zu Plauen, obberührte Handtwerksmeister Bey dieser unserer Begnadigung und confirmation sothaner Innung bis an uns so Sie diesfalls von ihnen ersucht werden, treulich und mit Fleiß zu schützen und zu handhaben, damit Sie davor genießen, auch ohne männigliche Verhinderung und einhalten geruhiglich sich gebrauchen mögen.
An deme geschieht unßere Meinung, Uhrkundtlich mit unßerm zu unserer Erblanden Regierung verorttneten Canzlerz Secret bedrucket und geben zu Naumburgk den eilften Monatstag Marty nach Christi unseres lieben Herrn und Seeligmachers gebuhrt im Ein Tausend, Sechshundert und Neun u. fünfzigsten Jahr.

J. F. Menius E
Sebastian Blümper S.

Recess
Demnach sich zwischen Beeden Handtwerken, der Zeugwürker an einem, denen der Zeug- und Leinweber am andern theil, wegen der beederseits erhaltenen Innungsarticuln Irrungen ereignet und keines dieser beiden Handwerke . berührten articul dem andern ganz wollene Zeuge zu machen gestatten wollen, weßwegen Sie dann anfänglich erklehrung und weißung ergehen laßen, hermals aber zu rechtl. suspensiomitteln geschritten und endlichen nach gepflogenen Verhör, in der Fiirstl. Sächs. Canzley Naumburgk und auf erlangten Vorschlagk zur gütlichen Verhandlung die Sache selbsten unter einander Vergleichen zu Pappiere gebracht und solches Ihrer Herren Morizens hochfürstl. Durchl. zu Sachsen unserm gnädigsten Herrn zur gnädigsten confirmation eingeschiket, Allermaßen auch höchst-gedachte Ihro Fürstl. Durchl. unter dato den 29 Marty nachsthin, unß hierauff zust anbefohlen. wir sollten Beede Handwerke hierauf vor unß erfordern, Sie über denen verglichenen Punkten nochmals vornehmen, solche in einen Receß bringen und selbigen sodann Ihrer Fürstl. Durchl. Erblandes Canzlerz zur confirmation unterthänigst ein-senden. Alß haben zu deßen gehorsamster nachlebung wir dato Beede Handwerke Vor uns gefordert, Sie über die verglichenen punkta Vernommen und von den erschienenen Zeugwürkern als Matt.heß Straußen und Leonhardt Weckerlein, beeden Vormeistern, sowohl ihren Mitmeister Jacob Steunern soviel Verstanden, das Sie vor sich und ihre abwesenden Innungsverwandten Caspar Hertels, Hanns Bezoldts und Hanns Lohßens sich mit denen Zeug- u. Leinen­webern, welche gleichfalls durch Hans Wiemern, Caspar Schädtlichen, Wendelin Eul und Hanns Bözen Persönlich zugegen gewesen, soferne vergliechen hatten, das Sie die Zeug und Leinenweber wohl befugt sein und bleiben solten auf ihren Zeug-Leinweber-Stühlen, ganz und halb­wöllene Zeuge zu würken solche andern Leuthen umbs Lohn zu ver-fertigen, oder vor sich selbsten zu männiglichen Kauft in Vorrath zu arbeiten, iedoch mit dieser restiiction, das die ganzwöllene Zeuge Von ihnen weiter nicht denn Ellenweiß verkaufet, Keineswegs aber zu ganzen Stücken verhandelt und gehandelt werden sollten.
Soviel aber da> wollen kämmen auf welschen und gedoppelten Kämmen anlanget, soll solches dem Handtwerke der Zeugwürker allein verbleiben. das andere Handtwerk aber, welche Zeug- und Leinenweber zugleich sein, sich dessen genzlichen enthalten undt ob wohl diese beeden Handtwerke auch bey Ihrer Vergleichung, wegen der Waaren, so wider Gebühr gemachet oder verkauftet, und daher als Verlustig eingezogen undt wegkgenommen werden solten, eine gewiße Unterrede gehalten, dieweil aber dießes unseres des Raths Gerichten zukommt, auch albereit in den Innungs Articuln Versehen, das dergleichen Waaren den Gerichten Verfallen sein sollten, So hatt es dabey sein Bewenden und stehen dergleichen Waaren also Balden in die Gerichte einzulieffern, Wie es dann auch im übrigen bei beeden Handtwerken ufgerichteten und confirmirten Innungsarticuln außer was in gegenwärtigem receß erklärt und verglichen, allerdings sein Bewenden haben soll. Welchen dann auch noch dießes inspecie annectiret worden, daß kein Zeugwürcker Macht haben soll halb oder ganz Leines zu würcken undt do sich einer deßen unterstünde, soll derselbe mit Acht gulden in Straff genommen und von denselbigen 3 fl. dem Amt 3 fl. dem Rath 1 fl. in die Laden und 1 fl. dem, der es offenbaret gereichet, die Waar aber denen Stadtgerichten zu-gewendet werden, Allermaßen dann auch diese Straffe und derselben distributio bey denen andern Vorhergesetzten puncten, do einigre überschritten würde, stattfindet, auch nebenßt derselben die Waar iedesmal Verfallen bleibt.
Undt weiln nun beede Handtwerke insonderheit auch die ob­bemelten Zeug- und Leinweber wegen ihrer abwesenden Mitmeister Conrad Bözens und Jacob Schäffers sich coram Commißione erkläret, das Sie mit dieser Vergleichung allerdings zufrieden und einig wären, maßen Sie auch dabey allerdings zu verharren angelobet, Alß ist hierüber gegenwärtiger receß gefertiget und ihnen zur Einholung der gnädigsten confirmation außgestellet worden.

Plauen den 9. May Anno 1660
Wolffgang Ferber A. S.
Bürgermeister undt Rath daselbst.

Ratificatio
Von Gottes Gnaden Wir Moritz Herzog zu Sachsen, Jülich Cleve und Bergk, postulirten Administrator des Stiffts Naumburgk Landtgraf in Thüringen, Marggraf zu Meißen, auch ober und Nieder­lausitz, Graff zu der Marck und Ravensberg, Herr zu Ravenstein und der Balley Thüringen Statthalter Vor unß, unßer Erben und nach-kommen hiermit Uhrkunden und bekennen, das unß die Vor- und andern Meister des Zeugwürker- wie auch des Zeug- und Leinweber­handtwerks zu Plauen unterthänigst zu erkennen gegeben, welcher-gestalt die Commißarü, die wegen etzlicher strittigen Innungsarticuln zwischen ihnen unter einander uffgerichteten Vergleichung anbefohlener Maßen, in einen förmlichen receß gebracht, selbigen Vigore Commißionis vollzogen und den Partheyen außgehändigt hatten, mit fleißiger Bitte, wir möchten denselben in gnaden ratificiren und bestärken. Wann wir dann befunden, das dießer Commißionsreceß nicht allein von unsern Amtschößern Wolfgang Ferbern und dem Rathe zu Plauen, als zu dieser Sache Verordneten Commißariis eigenhändig unter-schrieben und vollzogen, sondern auch zu künfftigen Friedt und ein­tracht zwischen supplicirenden Handtwergks-Meistern angesehen, Alß haben wir angeregtem unterthänigsten suchen in gnaden statt-gegeben, Ratificiren und bestetigen dennach sothanen Commißions-Receß dergestalt undt also, daß derselbe in allen puncten und Clausulen stets Vehst und unverbrüchlich gehalten, auch keineswegs von iemandten darwieder gehandelt oder zu handeln gestattet werde. Jedoch unß undt unsern nachkommen an unßerer Landesfürstl. Hoheit und intereße auch sonsten männiglichen ohne schaden und nachtheil Treulich und sondergefehrde, Urkundtlich mit unßern zu unßern Erb­landes-Regierungs Verordneten Canzley-Secret bedrucket und geben zu Naumburgk am 19. Juny 1660. Hahns Bastian von Zehmen. Johann Ludwig König Act. Daß vorherstehende Abschriften an 9'/9 Blatt mit dem hiesigen Innungsbuche Fol. 224 — 234 vollkommen übereinstimmen, solches wird praevia collatione hiermit attestiert.

Sign. Plauen, d. 17. Septbr. 1823.
L. S. Friedrich Gottlieb Facilides Synd. act. not.

Aus den Innungsakten
Das erste Meister- und Innungshaus.
1783 Protokoll vom 15. Juli : „in Anbetracht die Meisterschaft ohnehin durch die Ankaufung eines Meisterhauß sich in große Schulden gesteckt und selbige abzutragen den größten Bedacht nehmen muß.”
1823 d. 13. März. Auf allerhöchsten Befehl wird in der „Irrung” des Zeug-Leinen- und Wollenweberhandwerks mit der Manufaktur-Hauptschau bez. der Baumwollenwaren-Manufaktur-Kommission der Innung der Gebrauch des Weberschaustempels bis 1830, mit Ablauf der Suspension des Schaureglements gestattet.
1830 führen die Webergesellen rechtswidrig die Gesellen-Lade wieder ein. Der Altgeselle Carl Uhlemann hinterlässt nach 7 Monaten ein Defizit von 27 Taler, sein Nachfolger Lommatzsch verursacht eine Schuldenlast von 125 Taler.
1832 Das Pfuschertum durch Gesellen, die das Meisterrecht nicht erlangt haben, trotzdem aber das Gewerbe selbständig betreiben, nimmt derart überhand. dass die Innung sich durch ihre Obermeister Gottlob Friedr. Kretzschmar und Friedr. Gotthelf Zahn in einer Eingabe unter dem 18. Mai an den Stadtrat mit der Bitte um Abhilfe wendet.
1836 Nach einer Verordnung der Kreisdirektion Zwickau vom 5. März sind auf Grund eines Rescriptes vom 19. Febr. 1789 diejenigen Webergesellen, welche die Musselin-Fabrikation erlernt haben, von dem Wandern ausserhalb des vogtländischen Kreises dispensiert.
1836 6. September - Auf Grund einer Verordnung der Kreisdirektion Zwickau ist folgende Statistik aufgestellt worden. Zahl der in baumwollenen Waren beschäftigten Webstühle 1192 davon:
Bunte Stühle 143
Battiste, (Piques) 75
Weisse Köper 155
Cattune 107
(guarnirte)? Musseline 204
Musseline und Jaconets 347
genadelte Ware 136
Jaquard-Stühle 25
Summe 1192
Beschäftigt sind
515 Meister (u. 81 Landmeister)
334 Gesellen
147 Lehrlinge
354 Weibspersonen und Kinder
1836 Strumpfwirkerei
Zahl der Stühle in Strumpfwaaren 10
Zahl der Stühle in Petinet 32

Beschäftigt sind
17 Meister
16 Gesellen
9 Lehrlinge
100 Weibspersonen und Kinder
1836 Oktober 22. Um bei den Musselin-Mull- und Battist-Webwaren die-selbe Gleichmässigkeit des Gewebes zu erzielen, welche das englische und französische Fabrikat auszeichnet, überlässt das Ministerium des Innern der Weber-Innung 2 Regulatoren nach einem Wiener Modell, welche üherdies auch von dem Mechanikus Eisenreich zum Preise von 6 Talern geliefert werden.
1837 Im Gewerbe- und Personalsteuer-Kataster sind 47 Baumwollenwaren-Wirker eingeschrieben, ausserdem gibt es viele Wirkermädchen.
1837 März 17. Die Staatsregierung gewährt dem Webermeister Johann Gottfr. Reinhold einen Vorschuss behufs Anschaffung von 6 Schönherr'schen Webmaschinenstühlen. — Kein Meister darf mehr als 2 Lehrlinge nehmen, einen Meisterssohn und einen Fremden. Entlaufene Lehrlinge werden durch die Obrigkeit dem Lehrherrn wieder zugeführt, alle Differenzen zwischen beiden Teilen erledigt die Behörde.
1840 den 28. Januar Der Kassierer des Weberhandwerks Carl Heinr. Stengel gibt zu Protokoll: Die bei dem Handwerk bestehende Hilfstasse hat ihren Ursprung dem Noth- u. Theuerungsj. 1817 zu verdanken und ist zunächst aus freiwilligen Beiträgen wohlhabender Innungsmeister entstanden. Den Character der Freiwilligkeit hat dieselbe stets bewahrt. Für Aufnahme in die Hilfstasse hat jedes neue Mitglied 25 Thaler zu bezahlen (wurde später auf 16 Thaler 10 Ngr. reducirt) und bei Ableben eines Betheiligten 4 Pf. zu entrichten, z. Zt. besteht die Anzahl der Be­rechtigten aus 1100 Köpfen
April 30. Nach Paragraph 1 des 19 Paragraphen umfassenden Artikel VII der Spezial-Innungsartikel wird bei dem Tode eines Mitgliedes seiner Ehe‑ frau bezw. Witwe ein Beitrag zu den Begräbniskosten in Höhe von 16 Talern gewährt. Nach Artikel VI besitzt die Innung ein eigenes Haus, ein neues Leichentuch, 2 Kinder-Leichentücher und 53 Kirchenstühle.
Oktober 9. Das Handwerk, welches 4000 Taler Kapital ausgeliehen hat, bringt einen Kassen-Ueberschuss, erzielt durch den Wegfall des Frei­biers bei den Quartalen, unter den Meistern zur Verteilung.
1842 Wer vom Leichentragen befreit sein will, hat für einen Einsteher 6 Groschen 3 Pf. zu erlegen.
August 1. Die Beerdigungen finden mittelst Leichenwagen statt (Regulativ v. 3 Juni), welcher im Spritzenhaus am Marstall gegen 4 Taler Miete untergebracht ist.
1843 Febr. 3. In Folge anhaltender Nahrungslosigkeit wird vom Kassenüber­schuss an jeden Meister 1 Taler, an jede Meisterswitwe 1/, Taler ver­theilt. — Der von dem Handwerk für 932 T. 23 Gr. 8 Pf. angeschaffte Leichenwagen soll Hindernisse bei der Beerdigung halber wieder verkauft werden. — Nach einer Zählung des Stadt-Rates gab es am 23. Dezember -+71 599 Weber, 65 Witwen, 428 Gesellen, 206 Lehrlinge 17 Wirker, 55 Wirkerinnen 9 Strumpfwirker, 6 Gesellen 2 Tuchmacher, 1 Tuchscherer.
1854 Jan. 16. 144 Webermeister beschliessen neben der bestehenden Weber­kilfskasse noch eine weitere Hilfskasse zu errichten, bei welcher das Ein­trittsgeld nur 1 Taler beträgt (das Legegeld monatlich nur 5 Pf.) trotz-dem soll bei dem Tode eines Mitgliedes ein Beitrag von 10 Talern zu den Begräbniskosten gewährt werden.
1855 Novbr. 25. In der Verordnung der Kreisdirektion Zwickau, die Spezial-Innungsartikel betreffend, ist letztmalig von der Zeug-, Lein- u. Wollen­weber-Innung die Rede, von da ab beißt es amtlich nur „Weber-Innung” oder Weberhandwerk.
1862 Mai 20. Die neuen Statuten der Begräbniskasse der Webermeister zu Plauen bestimmen, daß jeder Meister als Mitglied eintreten kann. Das Eintrittsgeld beträgt 3 Taler, das monatliche Legegeld 10 Pfg. Der Beitrag zu den Begräbniskosten wird auf 16 Taler festgesetzt. Das Kapital von 4000 Talern soll der Innungskasse verbleiben, dagegen die Zinsen alljährlich der Begräbniskasse zufliessen. Die 54 Kirchenstühle werden von den ältesten Meistern gegen eine Ueberschreibegebühr von 15 Ngr. auf unbestimmte Zeit benützt.
1863 April 20. Die Generalversammlung fasst den einstimmigen Beschluss das Vermögen der Innung der Begräbniskasse einzuverleiben und wird der Betrag von 4000 Talern durch einen Konsens auf das Innungshaus sichergestellt. April 21. Der Innungsausschuss beschliesst einstimmig die sofortige Auf­lösung desselben.
1865 Februar 6. Von einem in Höhe von 1000 Talern zu bildenden Fonds sollen die nicht zur Verwendung kommenden Zinsen der Begräbniskasse zufliessen.
1866 Oktober 15. Die Generalversammlung beschliesst die Auflösung der Innung, die Grabekasse wird in eine allgemeine, mit dem Vermögen der Innung fundierte Grabekasse verwandelt.
1867 Das zum Verkauf gelangende Innungshaus steht mit 7460 Talern in der Brandkasse und wird am 6. Januar vom Stadtbauinspektor Andrae auf 7528 Taler geschätzt, am 18. Februar wird im Versteigerungstermin nur ein Gebot von 7206 Talern erzielt, im Mehrbietungstermin ein solches von 7210 Talern. Febr. 26. Der Handelsschulvorstand ermietet die 2 Parterrezimmer gegen einen Mietzins von 150 Talern p. anno.
1867 März 30. Für den Verein der Freundschaft erwirbt J. G. Stürmer das Innungshaus für 7210 Taler. Die auf dem Hause ruhende Hypothek von 5000 Talern geht zu 8/4 in den Besitz der Grabekasse Arimathia, zu 1/4 in den der Unterstützungskasse ehemaliger Innungsmeister. über Bei der Auflösung der Innung zählte dieselbe 949 Meister.
1911 Anfangs des Jahres 1911 waren noch 94 ehemalige Innungsmeister am Leben, welche über die Verwendung der Zinsen von den 3000 Mark zuzüglich 600 Mark Ablösungssumme für die aufgegebenen Kirchstühle in Summa von 3600 Mark zu beschliessen haben. Mit dem Ableben des letzten Meisters fällt das gesamte Kapital an die Begräbnisgesellschaft „Arimathia”.

Urkundliche Nachrichten über das ehrbare Handwerk der Zeugmacher in Plauen.
1697 22. Dezember. Dem Handwerk werden von der Kircheninspektion 22 Kirchenstühle (neben den Tuchmacherstühlen) eingeräumt gegen ein Lösegeld von 66 Gulden, wovon 26 Gulden sofort bar bezahlt werden, die restierenden 40 Gulden werden mit jährlich 2 Gulden (5%) verzinst, zugleich hat das Handwerk es übernommen, auf seine Kosten die Stühle zierlich malen zu lassen und jederzeit im baulichen Wesen zu erhalten.
1711 Walpurgis. Das Handwerk zahlt 10 Gulden von seiner Schuld ab.
1721 Walpurgis. Es werden weitere 6 Gulden 6 ggr. abgezählt, so daß die Schuld nur noch 23 Gulden 15 ggr. beträgt und der Jahreszins 1 Gulden 3 ggr. 11 Pf. Der Gulden = 21 ggr.
1825 Nach der Renovation der Hauptkirche wird das Handwerk Inhaberin von 25 Männerstühlen Nr. 17—41 auf der 13. Empore.
1841 Nach Einführung des 14 Talerfusses beträgt das restierende Kapital 21 Tlr. 9 gr. 8 Pf., die Zinsen 1 Taler 2 gr. resp. in Markwährung 63 Mark 98 Pf. Kapital u. 3 M. 20 Pf. Zinsen.
1846 Nach der vom Obermeister Gottlob Händel geführten Rech­nung zählte die Zeugmacher-Innung 66 Mitglieder. In Ausgabe kommen 9 Taler 22 Neugr. 5 Pf. für 2 Tonnen Bier, 1 Taler 7 Ngr. 1 Pf. Kirchenzins 4 Taler für 16 Pfund Schweizerkäse. 2 Ngr. für Räucherkerzen. Bei einem Begräbnis erhält jeder Träger 1 Ngr. 2 Pf.
1848 1848-1849. In dem Revolutionsjahr geht es beim Quartal sehr lebhaft zu. 7 Gläser werden zerbrochen ebenso 1 Stuhl = 7 ngr. 2 Pf. Die „Borzion Karbfen” kostet 75 Pf. das Stückchen Butter 30 Pf. An Quartalgeld werden 10 Ngr. erhoben.
1856 Bei der 300 jähr. Feier der St. Johanniskirche wird für die Beleuchtung der Empore 1/8 Taler ausgegeben. Wer bei dem Leichentragen einen Ersatzmann stellt, hat diesem 10 Ngr. zu ver­güten. Die Kopfbedeckung der Leichenträger war der sogenannte Dreimaster.
1861 Die Portion Karpfen kostet beim Quartal jetzt 10 Ngr
1862 Bei der 200 jähr. Feier des Bestehens der Innung werden ausgegeben: 5 Taler dem Musikdirektor Poschardt für Tafel- u. Konzert-Musik 2 Taler 15 Ngr. für 1 Transparent, 10 Ngr. an Lithogr. Berger für 1 Tafellied.
1863 Zum ersten Male beim Quartal brennt Gaslicht.
1866 Die Zeugmacher-Innung wandelt sich in eine Grabekassen-Gesellschaft um, zahlt auch alljährlich die Zinsen in Höhe von 3 Mk. 20 Pf an die Kirchnerei weiter bis zum Jahre 1885, wo die Gesellschaft, in einer irrthümlichen Annahme befangen, weitere Zahlungen verweigert. Nach langwierigen Verhandlungen und endlicher völliger Klarstellung seitens des Kirchenvorstandes kommt es 1896 zu einem Vergleich. Zur völligen Tilgung der Schuld nebst rückständigen Zinsen zahlen die Zeugmacher 48 Mk. Da bei dem grossen Brande von 1844 alle Akten und Urkunden der Innung verbrannt sind, lässt sich das Gründungsjahr nicht feststellen.