Die Feuerwehr
Eine alte Plauener Erinnerung von Lutz Glück
erschienen am 6.Juli 1930 im "Vogtl. Anzeiger und Tagesblatt"


Als ich neulich an einem heißen Nachmittage in Trömels Garten saß, um mich an einem Gläschen eisgekühlten Plauener "Meisterbräu" zu erquicken, ertönte plötzlich das bekannte zweimalige Hupensignal unserer Feuerwehr und mit drei Löschzügen brausten die Autos der städtischen Feuerwehr den unteren Graben herab, um die Bahnhofstrasse in schnellster Fahrt hinaufzueilen.
In musterhafter Ordnung die schmucke Mannschaft, die wundervolle Motorspritze, die verschiebbaren Rettungsleitern, alles Zubehör modernster Technik, die Feuerwehr zu einem echten Hilfswerk auszurüsten.
Ich erhob mein Glas und brachte der wackeren Mannschaft mit stillem Segenswunsch einen dankbaren Schluck!
Meine Gedanken begannen zu wandern, rückwärts, 30, 40 Jahre, und hielten Rast in der Zeit, da ich einst selbst ein Pflichtmann der Plauener Bürgerfeuerwehr war. - Welch ein Unterschied damals und heute!
Ein drolliges Erlebnis stieg in meiner Erinnerung auf. Eines Vormittags, es mögen an die 35 oder mehr Jahre sein, als ich junger Bursch in meinem Kontor saß, und bei der Arbeit noch keine Zigaretten rauchen durfte, erscholl plötzlich das bekannte Trompetensignal der Feuerwehr, und die Sturmglocke vom Turme der Johanniskirche begann "Feuer" zu läuten.
So schnell mich meine Beine trugen, sprang ich eilends nach Hause, um Helm und Uniformrock überzuwerfen und dann zu dem Spritzenhaus auf dem Anger zu rennen.
Schon standen die Kameraden an der Spritze, zogen mit vereinten Kräften den alten Rumpelkasten heraus, und luden die prasseldürren Schläuche auf. Es war ein gewaltiger Lärm dabei, denn jeder schrie und riet seinem Kollegen "fei joo alles aafzusacken".
Es klappte auch soweit, so daß die Spritze von der wackeren Mannschaft gezogen und geschoben, losrumpelte.
Als wir die Spritze den Steinweg hochgeschoben hatten - es brannte eine alte Scheune in der Nähe des oberen Bahnhofes - ertönte auf einmal die Stimme des alten Adel:
"He, Kammeroden, halt amol ä weng eeh, mir ham ne Sacher verluhrn!" - Ei verdeirlein, das war eine dumme Sach !
"Iech mach glei wieder reetur und suchn", rief der Adel, "wart ner ä Weil do hiere!"
Wir hielten also an und standen gerade vor Fickerts Bierstub.
"Dees muß doch ä Ahzeign sei, erscht emol ä weng innewendg ze löschen!" meinte einer der schwitzenden Pflichtwehrmänner.
"Dumm wärs net", sagte ich.
Also, wenn einstweilen einer bei der Spritze blieb, bis der Adel ne "Sacher" finden würde, warum sollten wir nicht erst einmal innewendig löschen, ehe wir die Spritze bis zur Brandstelle hinaufgelästert hätten.
Adel fand Gott sei Dank den "Sacher" nicht gleich, da er von einem Bürger aufgehoben worden war und erst dann nach dem Spritzenhaus zurückgebracht wurde, als er sich den Zweck dieses Saugkorbes reiflich überlegt hatte.
Wir löschten in Fickerts Bierstub ausgiebig, und als endlich schnaufend und schwitzend Adel mit dem "Sacher" ankam, traf auch die Nachricht aus der oberen Stadt ein, daß die "Schei" niedergebrannt sei und keine Gefahr mehr bestände.
Es waren keine Häuser in der Nähe und es sei gut, daß der alte "Schandfleck" niedergebrannt sei. Versichert war die alte "Schei" auch, was hatte es da für Not! Wenn auch unser Spritzen für die alte Scheune nicht geholfen hatte, so hatten wir doch so ausgiebig gelöscht, daß unsere Köpfe aussahen, als wäre bei uns Großfeuer ausgebrochen.
Als ich meine Gedankenkette schloß, brauste die moderne städtische Feuerwehr nach getanem Rettungswerk wieder ihrer schönen Wache zu. - Was würde wohl der Herr Branddirektor heute sagen, wenn ihm einer seiner Leute zurufen würde: "Halt emol ä weng eeh, mir ham ne Sacher verluhrn!"

1857 Bildung einer "Retungs-Compagnie" durch Mitglieder des Turnvereins "Turngemeinde"
ständige Verstärkung und letztendlich vollständige Übertragung des gesamten Feuerlöschdienstes an diese Compagnie
 
1859 Umbenennung der "Rettungs-Compagnie" in "Uniformierte Compagnie" ->Ausrüstung aus städtischen Mitteln  
1866 Bildung einer "Freiwilligen Turnerfeuerwehr"  
Oktober 1866 Vereinigung beider Feuerwehren zur "Plauenschen Freiwilligen Feuerwehr"  
1868 Entwurf einer neuen Feuerlöschordnung durch Oberbürgermeister Kuntze, die aber nie zur Ausführung kam  
November 1870 Auflösung der Freiwilligen Feuerwehr
- bis zur Bildung einer neuen Feuerwehr wurde der Dienst durch Teile der ehemaligen Mannschaften durchgeführt
- es verblieben die Spritzenmeister und die Rohrführer
- die Innungen und die Lehrer übernahmen die Bedienung der Spritzen
- die Baugewerken bildeten eine Einreißercompagnie
- die beiden Oberklassen des Seminars übernahmen die Bedienung einer Spritze
- dieser Zustand bis 1878
 
25. Juli 1872 Bildung einer "Freiwilligen Bürgerfeuerwehr", welche den gesamten Feuerlöschdienst übernahm (Regelung der dienstlichen Verhältnisse in einem vom Stadtrate genehmigtem Grundgesetz)  
1873 Bau eines neuen Steigerhauses im Turngarten am Anger  
  bis 1868 versah die Communalgarde den Wach- und Schutzdienst bei Bränden -> zwischen 1868 und 1877 versah das Militär diesen Dienst -> ab 1877 übernahm eine besonder Compagnie, die sogenannte Schutzmannschaft, diesen Dienst  
1878 Errichtung von "Feuermeldestellen" -> Neuordnung über das Anschlagen bei Bränden nach Stadtteilen -> Hilfe bei auswärtigen Bränden nur noch auf Anruf der betreffenden Gemeinde  
1881 wurden die Feuermeldestellen mit Handgerätewagen ausgestattet  
1883 Anstellung eines städtischen Branddirektors, dem die technische Leitung des Feuerlöschwesens zuviel  
1884 Bildung einer "Pflichtfeuerwehr" zur Unterstützung der Freiwilligen Bürgerfeuerwehr (Bestimmungen vom 6. April 1893)
- die Pflichtfeuerwehr untersteht bei allen dienstlichen Verrichtungen dem Kommando des Branddirektors
- zum Dienst sind laut den Bestimmungen vom 6. April 1893 alle männlichen Einwohner der Stadt vom Beginne des 25. bis zum vollendeten 30. Lebensjahre , welche in Plauen geboren und wohnhaft sind oder seit mehr als 2 Jahren in Plauen wohnen, verpflichtet
- bei dem Pflichtfeuerwehrdienst ist eine Stellvertretung ausgeschlossen, es sei den, der Verpflichtete zahlt eine jährliche Abgabe in Höhe von 1/2 Prozent seines anlagepflichtigen Einkommens, jedoch mindestens 5 Mark
- befreit von der Verpflichtung zum Dienste sind:
--- alle Mitglieder der Reichs- und Königlichen Behörden sowie des Stadtrates, desgleichen alle bei diesen Behörden angestellten Beamten und Offizianten
--- Personen des Soldatenstandes, solange sie sich bei der Fahne befinden
--- die ordinierten Geistliche
--- Lehrer an öffentlichen und Privat-Unterrichtsanstalten
--- Ärzte, Geburtshelfer und Apotheker
--- Bahn- und Telegraphenbedienstete, auch wenn sie nicht als Beamte oder Offizianten anzusehen sind
--- Feuerversicherungsagenten
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1886 Errichtung von Gerätehäuschen für die Feuermeldestellen in den verschiedenen Stadtteilen  
1911 bis 1913 911 bis 1913 1 Brandmeister Döhler (1. Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr) hat die Stelle des Branddirektors kommisarisch inne  
1911 bestand die Gesamtfeuerwehr aus der Freiwilligen Bürgerfeuerwehr, der Pflichtfeuerwehr und der ständigen Berufsfeuerwache  
29. August 1906 Gründung einer Fabrikfeuerwehr innerhalb der Vogtländischen Maschinenfabrik AG  
1914 Gründung einer besoldeten Brandinspektorstelle  
Juli 1915 Fertigstellung einer öffentlichen Fernmeldeanlage mit 72 Straßenmeldern  
21. August 1915 Inbetriebnahme der Fernmeldeanlage  
Oktober 1916 Inbetriebnahme der Fahrzeughalle im Gebäude der Feuerwache  
30. September 1919 Einweihung der Feuerwache in der Neundorfer Straße 1  
1919 Ausbau der ständigen Berufsfeuerwehrwache zu einer zeitgemäßen Berufsfeuerwehr  
Ende 1919 Auflösung der Pflichtfeuerwehr  
     
     
     
     
     


Entwicklung der Feuerwehr in Plauen zwischen 1907 und 1932


Wie in den meisten Städten war auch in Plauen die Hilfe bei Feuergefahr schon in den früheren Jahren durch behördliche Vorschriften genau festgelegt. So bestand eine "Feuerlöschordnung der Kreisstadt Plauen" aus dem Jahre 1853.
In drei Spritzenhäusern waren damals 7 Feuerspritzen aufgestellt. Zu ihrer Bedienung waren die Innungen verpflichtet und zwar jede Innung für eine Spritze. Die Rohrführer ernannte der Rat. Zum Heranschaffen von Löschwasser sollten vornehmlich Gesellen und Lehrlinge der Innungen herangezogen werden. Jeder Hausbesitzer musste eine bestimmte Anzahl Feuereimer vorrätig halten, weitere hatten die Innungen bereitzustellen. Eine Einreißkompanie, gebildet aus den Reihen der Bauhandwerker, sollte brennende Gebäude einreißen und damit die Weiterverbreitung des Feuers Einhalt gebieten. Eine Rettungskompanie, die aus Kaufleuten, Fabrikanten, Lehrern, Advokaten und Gelehrten bestand, war zur Rettung von Mobiliar und "was sonst fortzubringen ist" verpflichtet. Die Kommunalgarde sorgte für den Schutz der geretteten Gegenstände und sperrte den Brandplatz ab. Die Oberleitung an der Brandstelle hatte ein aus dem Rate gewählter Hauptdirektor. Der Alarm erfolgte durch läuten der kleinen Sturmglocke und Anschlagen der großen Glocke durch den Türmer.
Im Jahre 1872 wurde eine Freiwillige Bürgerfeuerwehr gegründet, die den Feuerschutz der Stadt übernahm.
Zu ihrer Unterstützung schuf der Rat im Jahre 1884 eine Pflichtfeuerwehr, der jeder Bürger vom 25. bis 30. Lebensjahr angehören mußte. Doch der schnell emporwachsenden Stadt genügte dieser Schutz nicht mehr. Auch die Kreishauptmannschaft Zwickau verlangte eine jederzeit dienstbereite Berufswehr.
Im Jahre 1907 wurden von der Düngerabfuhr AG, Hammerstrasse 74, Räume gemietet und darin eine 6 Mann starke Berufsfeuerwehrwache untergebracht. Das Jahr 1907 ist somit als Geburtsjahr der Berufsfeuerwehr Plauen anzusprechen. Als einziges selbstfahrendes Gerät war eine Elektromotorleiter vorhanden, die gleichzeitig als Mannschaftswagen diente.
Die Kreishauptmannschaft Zwickau bestand nachdrücklich auf Gründung einer größeren Berufswehr. Die Lage der damaligen Wache war für das elektromobile Fahrzeug denkbar ungünstig. Die großen Steigungen nach allen Seiten waren oft unüberwindliche Hindernisse. So wurde den im Jahre 1911 ein Platz an der Neundorfer Strasse gesichert und nach Abschluß der Verhandlungen im Jahre 1913 mit dem Bau begonnen. Ende 1913 stand das Gebäude bis zum ersten Stockwerk.
Auch die Anlage einer elektrischen Feuermeldeeinrichtung wurde beschlossen und das Amt des Leiters der Berufsfeuerwehr sollte besetzt werden. Seither hatte der erste Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Brandmeister Döhler die Berufsfeuerwache mit geleitet. Im Dezember 1913 wurde die Stelle eines Brandinspektors ausgeschrieben. Unter 56 Bewerbern wurde 1914 Brandinspektor Roeßler aus Halle a.S. gewählt.

Roeßler
Dann kam der erste Weltkrieg. Alle wehrpflichtigen Männer wurden einberufen und an den weiteren Ausbau der Wehr war vorläufig nicht zu denken. Brandinspektor Roeßler zog als Offizier ins Feld. Doch war es ihm möglich, trotzdem bei der Inneneinrichtung der Feuerwache durch seinen Rat mitzuwirken. Am 21. August 1915 konnte die Feuermeldeanlage in Betrieb genommen werden. Im Oktober 1916 war es möglich geworden, die Fahrzeughalle zu benutzen. Die Räume in der Hammerstrasse wurden aufgegeben und die Wache vorläufig im angrenzenden Hause Königstrasse 25 untergebracht, weil die Räume im neuen Feuerwachgebäude dringend für die Auszahlung von Kriegsunterstützungen und ähnliche Zwecke vom sogenannten Lieferungsverband benötigt wurden.
Im Jahre 1916 wurde eine nach den Angaben der Feuerwehr Plauen hergestellte Benzinmotorspritze von der Firma Adam Opel Rüsselsheim in Betrieb genommen. Diese Motorspritze erhielt im Jahre 1926 anstelle der in der Mitte eingebauten Schielepumpe eine am hinteren Ende eingebaute Amag-Hilpertpumpe. Die elektromobile Leiter war eines der ersten Feuerwehrautomobile. Sie war technisch nicht so vollkommen, daß sie den Anforderungen, die die vielen Steigungen Plauens an sie stellte, hätte entsprechen können. Sie wurde im Jahre 1921 endgültig außer Dienst gestellt und verkauft.
Erst das Ende des Krieges brachte den Ausbau der Feuerwehrwache zu einer Berufsfeuerwehr. Der Mannschaftsbestand wurde auf 18 erhöht. Brandinspektor Roeßler erhielt beim tatsächlichen Dienstantritt die Amtsbezeichnung Brandinspektor. Die Pflichtfeuerwehr konnte, da die vergrößerte Berufsfeuerwehr und die Feuermeldeanlage genügend erweitert waren, im Jahre 1919 aufgelöst werden.
Die Automobilisierung der Feuerwehrfahrzeuge ging Hand in Hand mit der unaufhaltsam fortschreitenden Entwicklung der Benzinkraftwagen-Industrie, die auch in Plauen durch die Vogtländische Maschinenfabrik AG (VOMAG) eine weltberühmte Herstellungsstätte hatte. Die Berufsfeuerwehr konnte das Vomag-Fahrgestell nicht verwenden, weil für die Zwecke der Kraftübertragung vom Fahrmotor zum Pumpen- bzw Leitergetriebe das Vomag-Zwischengetriebe nicht genügend stark war. Im September 1920 wurde der Berufsfeuerwehr von der Firma Vomag, die ebenso wie die Firma Magirus, Ulm a.D. dem Deutschen Automobilkonzern angehörte, ein Prestokrankenkraftwagen geschenkt, sodaß auch der Sanitätsdienst zum größten Teil dem Aufgabenkreis der Berufsfeuerwehr zufiel.

Prestokrankenwagen

Innenansicht mit Doppelstabilisator
Im März 1921 vermehrte sich der Gerätepark der Berufsfeuerwehr um eine Motorspritze mit einer 2000 Minutenliterleistung und eine neue automobile Drehleiter mit 25m Auszugslänge. Beide Fahrzeuge lieferten die Magiruswerke AG in Ulm. Gleichzeitig wurden Feuerwehrschläuche mit 75mm Innendurchmesser eingeführt. Die bis dahin verwendeten Schläuche von 45mm lichte Weite wurden vorläufig noch beibehalten. Seit dem Jahre 1927 wurde an deren Stelle der normierte Schlauch von 52mm lichte Weite eingeführt. Es werden für die Berufsfeuerwehr ausschließlich gummierte Saxonie-Ramie-Schläuche bester Qualität verwendet. Als Schlauchverbindungen werden Storzkupplungen, die in letzter Zeit in Leichtmetall ausgeführt werden, verwendet.

Motorspritze

Motorleiter
Inzwischen konnte auch der Mannschaftsbestand auf 34 Mann im Jahre 1922 erhöht werden.

Oberbrandmeister Glauß

Oberbrandmeister Taubert

Fahrmeister Sagowski

Brandmeister
(von links) Anhalt, Wunderlich, Schenk, Güther, Pöhlmann

Wachabteilung 1

Wachabteilung 2
Um den angrenzenden Landgemeinden im Brandfalle tatkräftige Hilfe leisten zu können, und um die Vorteile einer jederzeit alarmbereiten Berufsfeuerwehr auch den Landgemeinden zugute kommen zu lassen, war Plauen rechtzeitig bemüht, eine Überlandspritze zu beschaffen. Im ganzen Vogtland und in der weiteren Umgebung waren die Feuerwehren nur mit Handdruckspritzen ausgerüstet. Erst nach vielen Mühen konnten die Mittel bereitgestellt werden. Durch Zuschüsse der Brandversicherungskammer, des Bezirksverbandes der Amtshauptmannschaft Plauen und von einigen Industriellen wurden 32000 Mark dafür aufgebracht. Die Firma Magirus-Ulm lieferte im September 1924 nach Angaben der Branddirektion ein Überlandfahrzeug 39/65 PS.
Allzuoft rückte die Überlandspritze zu Bränden aus, die bei Ankunft von den Ortswehren bereits wirkungsvoll bekämpft waren, oder zu bedrohlichen Bränden, zu denen die Motorspritze zur Sicherheit angefordert worden war, ohne in Tätigkeit zu treten. Die Aufgaben des Sanitätsdienstes wuchsen in der Weise an, daß der eine Wagen nicht mehr genügte. Im Oktober 1924 wurde ein 2t Vomag-Lastkraftwagen mit Krankenwagenaufbau der Firma Trutz-Coburg beschafft und in Dienst gestellt. Das Lastwagenfahrgestell ist entsprechend verkürzt worden. Es wurden lange Federn eingebaut, um einen möglichst stoßfreien Transport zu erzielen. Trotzdem waren die Ergebnisse nicht befriedigend. Der Wagen war schwer und unwirtschaftlich im Betrieb. Er wurde deshalb zu einem Mannschaftswagen umgebaut, auf dem Schläuche, Waldbrandgerät und eine Kleinmotorspritze „Siegerin” an die Brandstelle gebracht werden können. Der Wagen rückt seit August 1930 nur im Bedarfsfalle aus, um dienstfreie und freiwillige Feuerwehrleute nachträglich zur Verstärkung heranzubringen.
Die am Schlusse aufgeführte Statistik zeigt, daß die Zahl der Krankentransporte stark zunahm. Für den Fall einer Wagenreparatur mußte ein Ersatzwagen beschafft werden. Im Mai 1928 wurde deshalb der erste Elitekrankenkraftwagen 14/60 PS in Betrieb genommen. Der Wagen ist mit patentiertem Doppelstabilisator der Firma Hans Stollenwerk in Köln ausgerüstet, durch den alle Stöße des Wagens fast restlos abgefedert werden. Der Wagen hat Frischluftheizung, Wascheinrichtung, Medikamentenschrank, großen Sitzpolsterstuhl, Notsitz und ist zum Transport von zwei Iiegenden Personen eingerichtet. Da sich der Wagen gut bewährte, wurde im März und August 1929 der zweite und dritte Elitekrankenkraftwagen beschafft und in Dienst gestellt. Die Wagen sind in modernster Ausführung und dürften auch zur Zeit das Vollkommenste auf dem Gebiete des Krankentransportwesens darstellen. Der seit dem Jahre 1920 Iaufende Prestokrankenkraftwagen wurde überholt und wurde ab November 1929 zum Transport von tödlich Verunglückten und polizeilich aufgehobenen Toten verwendet.
Um bei dem geringen Personalstand zu dringenden Hilfeleistungen Mannschaften, insbesondere Kraftfahrer sehr schnell zur Verfügung zu haben und weil infolge des Wohnungsmangels keine Wohnungen in der inneren Stadt frei wurden, erbaute die Stadtverwaltung nach Überwindung vieler Schwierigkeiten im Anschluß an die Feuerwache am Oberen Graben ein Mannschaftswohngebäude. Es enthält außer den erforderlichen Kraftwagenräumen für fünf Großkraftwagen und Werkstätten, die Wohnungen für 8 Feuerwehrbeamtenfamilien. Durch diesen Neubau wurde der Hofraum der Feuerwache wesentlich vergrößert. Der Hof wurde nach Fertigstellung des Gebäudes mit Kleinpflaster versehen. Eine Tankanlage für 6000l nach dem System Martini & Hüneke wurde außer der bestehenden 1000l Salzkottener Tankanlage eingebaut. Weiter wurde ein Lagerschuppen errichtet. Das kleine Werkstättengebäude wurde durch den Anbau einer Wendeltreppe wirtschaftlich zweckmäßiger ausgenutzt.
Gleichzeitig mit einer Umorganisation der Freiwilligen Feuerwehr wurden im Jahre 1924 die Alarmschleifen für die Hilfszüge der freiwilligen Feuerwehr (Reservefeuerwehr) in eine Ruhestromanlage umgebaut. der Alarm erfolgt vom TeIegraphenzimmer der Feuerwache aus. Es find zur Zeit 35 Mann angeschlossen, die bei Großfeuern zur Unterstützung der Berufsfeuerwehr oder wenn diese längere Zeit an der Brandstelle tätig sein muß, zur 23es e4ung des 2..lös ch3uges s chnellstens ge• rufen werden können. Außerdem sind die Vorortkompagnien der Freiwilligen Feuerwehr in Chrieschwitz und Reusa mit der Telegraphie der Hauptfeuerwache verbunden, sodaß auch von hier aus etwa 50 Mann freiwillige Feuerwehrleute alarmiert werden können.
Im Jahre 1925 wurde eine zweite Automobile-Drehleiter von Magirus-Ulm, die bis zu einer Höhe von 26 m ausgeschoben werden kann, in Dienst gestellt. Anstelle der veralteten Handdruckspritzen werden seit 1927 planmäßig Kleinmotorspritzen für die Vorortlöschzüge der freiwilligen Feuerwehr beschafft. So befinden sich jetzt Kleinmotorspritzen „Siegerin” der Firma E. T. Flader-Jöhstadt in Chrieschwitz, Reusa und Haselbrunn.
Die Alarmstatistik zeigte, daß in steigendem Maße die Berufsfeuerwehr zu .Hilfeleistungen, die außerhalb der eigentlichen Feuerbekämpfung liegen, herangezogen wird. Um auch für solche Fälle, seien es nun Verkehrs-, Bau- oder Eisenbahnunfälle und Großbrände ein geeignetes Fahrzeug bereit zu haben, wurde im Jahre 1929 ein Pionierwagen beschafft. Gewählt wurde ein "Magirus-Niederrahmen-Fahrgestell" mit 100 PS-6 Zylinder-Maybach-Motor, eingebauter Hochdruckpumpe mit einer Leistung von 2400 Minutenlitern und bis 23 Atm., mit sechsfacher Riesenluftbereifung und Knorr-Luftdruckbremse. Der Aufbau ist vollkommen geschlossen, bietet Platz für 7 Mann und enthält in einer Reihe von Einzelkästen und auf Traggestellen u. a.
1 Lichtaggregat mit Benzinmotor, für 2,5 KW, bei 220 VoIt,
1 Scheinwerfer 360 mm Durchmesser 300000 HK Lichtstärke und 1100 m Reichweite,
3 Stativlampen von je 200 Volt zur Platzbeleuchtung,
1 Kabelkasten mit 120 m Kabel,
1 autogenes Schneidegerät mit Reserveflaschen, 1 Simplex-Titan-Spille mit verschiedenen Verankerungen für 5 Tonnen Zugleistung,
8 Verschiedene Winden von 10, 15 und 20 to Hubkraft,
Werkzeuge für Schlosser, Zimmerleute, Schreiner und Elektriker,
30 verschiedene Rüsthölzer, Bauklammern, Drahtseile, Taue,
1 Strickleiter,
3 Audosgeräte, M Modell 1931,
Pulmotor mit Kohlensäurezusatz,
Gasmasken mit Reserveeinsätzen,
Saug und Druckschläuche, Waldbrandgeräte, Handfeuerlöscher und vieles mehr.

Feuermeldewesen
Während in früheren Jahren der Türmer in der St. Johanniskirche nach Feuer oder Rauchentwicklung Ausschau hielt und bei einem Brande die Bürgerschaft durch Läuten der Sturmglocken zur Hilfe rief, muß eine moderne Stadt auf anderem Weg und unter möglichster Vermeidung der öffentlichen Aufinerksamkeit ihre Feuerwehr zur Gefahrstelle rufen können. Die öffentlichen Telefonanlagen genügen zwar in sehr vielen Fällen zum Herbeirufen von Hilfsmannschaften, doch können bei Nacht und bei der Benutzung des Telefons durch ungeübte Personen leicht Fehlmeldungen eintreten, die sich verderblich auszuwirken drohen. Wie in den meisten Städten, beschloß man daher auch in Plauen eine selbständige und von jeder Zufälligkeit unabhängige Feuermeldeanlage einzurichten. Im Dezember 1912 wurde die Herstellung einer öffentlichen elektrischen Feuermeldeanlage beschlossen und das Hochbauamt beauftragt, die Ausführung zu veranlassen. Der fortschreitende Ausbau der Feuerwache in der Neundorfer Straße ermöglichte es, die Alarmanlage dort unterzubringen. Durch den Kriegsausbruch verzögert, konnte sie am 21. 8. 1915 in Betrieb genommen werden. Mit einem Kostenaufwande von 59 000 Mark wurde durch die Schwachstromabteilung des Elektrizitätswerkes die Anlage nach dem System Siemens & Halske als Morsesicherheitsschaltung I ausgebaut. In 4 Melderschleifen sind über das ganze Stadtgebiet 86 öffentliche und 10 Privatmelder verteilt. Gegen Störungen durch Drahtbruch und Erdschluß sind Sicherheitsvorkehrungen getroffen, die auch bei Beschädigung der Leitung ein unverstümmeltes Eintreffen der Feuermeldung gewährleisten. Beim Drücken auf dem Knopf eines Feuermelders werden zu gleicher seit die Morseapparate mit Registrierwerk und Zeitstempel in Tätigkeit gesetzt, das Warnlicht sowie die elektrischen Warnglocken eingeschaltet und die Ausfahrtstore selbsttätig geöffnet, sodaß das Ausrücken eines Löschzuges nur eine Zeit von 30 - 45 Sekunden erfordert. Die Anlage ist einer regelmäßigem überwachung durch sachkundige Beamte der Berufsfeuerwehr unterworfen.
Für das Theater wurde eine vom übrigen Meldernetz getrennte Sicherheitsanlage geschaffen. über das ganze Theater sind 107 selbsttätige Melder verteilt, die jede bedenkliche Temperaturveränderung melden. Außerdem sind noch 21 Druckknopfmelder angebracht, die zur Alarmierung von Feuern durch das Theaterpersonal dienen sollen. Gleichzeitig werden diese Druckknopfmelder als Kontrollpunkte bei den nächtlichen Überwachungsgängen benutzt, die durch Berufsfeuerwehrbeamte ausgeführt werden. Jede Auslösung eines selbsttätigen Melders und jede Betätigung eines Druckknopfes zeigt am Aufnahmeschrank im Telegrafenzimmer der Feuerwache den Ort des betreffenden Melders an und löst gleichzeitig den Hausalarm aus. Im Telegrafenzimmer ist außerdem eine Rufanlage für die Hilfszüge der Freiwilligen Feuerwehr (Reservefeuerwehr) und für die Löschkompanie Reusa und Chrieschwitz untergebracht, ebenso ein Stöpselvermittlungschrank für die Haustelefonanlage. Durch diese können auch die Führer der Freiwilligen Feuerwehr schnell erreicht werden. An das öffentliche Telephonnetz ist das Telegrafenzimmer durch einen Nebenstellenapparat der städtischen Telefonzentrale, einen Hauptapparat des Reichstelefons und außerdem durch einen Apparat der Polizeifernsprechvermittlung angeschlossen. Der Hauptapparat dient Iediglich zu Feuer- und Unfallmeldungen. Bei Anruf genügt es, ohne Eingabe einer Fernsprechnummer die Feuerwehr zu verlangen.

Telegrafenzentrale

Gasschutz
Man hat früher den Gasschutz bei den Feuerwehren oft nur als ein notwendiges Über betrachtet und tut es bisweilen auch heute (1932) noch. Die Taktik der Berufsfeuerwehren, möglichst nahe an das Brandobjekt heranzugehen und die Notwendigkeit, aus diesem Grunde stark verqualmte Innenräume betreten zu müssen, zwang den Feuerwehrmann sich gegen die großen Gefahren einer Rauchvergiftung zu schützen. Vor dem ersten Weltkrieg standen dazu außer den sehr schweren, hauptsächlich im Bergbau verwendeten Dräger-Geräten die sogenannte Wiener Rauchhaube und der König'sche Rauchschutzhelm zur Verfügung. Vonletzeremsindin Plauen zwei Stück vorhanden, davon der eine mit Berieselung, die auch heute noch als Reservegeräte und zur Benützung durch die Freiwillige Feuerwehr Verwendung finden können. Der erste Weltkrieg mit seiner Verwendung von Kampfgasen brachte eine rasche Weiterentwicklung des Gasschutzes, die sich nach seiner Beendigung die Feuerwehren zu Nutze machen konnten. So wurde das Herressauerstoff-Hilfsgerät (HSS-Gerät) entwickelt, vondem in seiner verbesserten Ausführung vom Jahre 1924 zwei Stück hier Verwendung fanden. Diese wurden imJahre 1932 gegen Kleingasschutzgeräte (KG-Geräte) Modell 1931 umgetauscht. Jeder Feuerwehrbeamte ist mit einer auschlieslich von ihm benutzen und sorgfältig verpassten Gasmaske ausgerüstet.


schwere Geräte - 7 Dräger KG-Geräte Modell 1931
und 3 DEGEA-Audos-Geräte Modell 1931

Übung mit leichten und schweren Gasschutzgeräten

Aber die Feuerwehr muß nicht nur sich selbst gegen Rauch- und Brandgase schützen und mit ihren Geräten in Räume, die durch Gasausströmung unbetretbar geworden sind, eindringen können, sie muß auch anderen Personen, die durch das Einatmen giftiger Gase Schaden genommen haben, Hilfe bringen. Schon im Jahre 1909 wurde ein Dräger-Sauerstoffkoffer beschafft und im Jahre 1912 ein Dräger-Pulmotor. Heute stehen der Berufsfeuerwehr 3 Sauerstoffkoffer und 3 Pulmotore zur Verfügung. Da wissenschaftliche Untersuchungen ergeben haben, daß ein geringer Kohlensäurezusatz zum eingeatmeten Sauerstoff einen günstigen Atemreiz ausübt, wurden die Pulmotore mit einer Zusatzeinrichtung für Kohlensäure ausgerüstet. Als weiteres Atemreizmittel wird in sämtlichen Verbandskästen Lobelin-Ingelheim von Böhringer-Hamburg mitgeführt, das durch Verfügung des Reichsgesundheitsamtes auch durch ausgebildete Laienhelfer eingespritzt werden darf. Für den hinzugezogenen Arzt stehen außerdem Herzmittel und Mittel zur Schmerzlinderung zur Verfügung.

Größe der Stadt, Einwohnerzahl und Anzahl der Berufsfeuerwehrleute
Jahr ha Einwohner x 1000 Berufsfeuerwehrleute
1907 3134 112,2 6
1908 3134 112,0 6
1909 3134 113,4 6
1910 3134 119,5 6
1911 3137 121,0 6
1912 3137 124,9 6
1913 3137 127,4 6
1914 3137 123,6 6
1915 3137 108,6 6
1916 3137 100,1 6
1917 3137 95,1 6
1918 3137 92,8 6
1919 3140 100,8 18
1920 3140 107,3 29
1921 3204 108,6 30
1922 3355 110,0 34
1923 3355 111,1 34
1924 3355 112,3 34
1925 3355 114,2 34
1926 3357 112,2 34
1927 3357 112,9 38
1928 3358 113,4 38
1929 3358 113,5 39
1930 3358 114,2 46
1931 3358 114,7 46

Alarme der Berufsfeuerwehr
Jahr Gesamtzahl Großfeuer Überlandfeuer Mittelfeuer Kleinfeuer und Schornsteinbrände Blinde Alarme Unfug Hilfeleistungen Gasvergiftungen
1907                
1908 10                
1909 19                
1910 29                
1911 72                
1912 56                
1913 57                
1914 48 3 3 13 17 8   3 1
1915 74 5   18 27 9 14 1  
1916 56     9 12 3 28 4  
1917 90 5   10 38 2 29 5 1
1918 146 6 2 7 25 3 86 6 11
1919 138 5   15 37 2 67 7 5
1920 111 4   6 25 1 51 15 9
1921 226 6   30 76 18 59 6 31
1922 196 4 1 18 51 10 59 9 44
1923 142 2   16 36 3 47 10 28
1924 195 6 4 14 50 18 23 25 55
1925 205 4 4 11 69 6 28 24 59
1926 173 4 5 13 46 6 30 17 52
1927 232 3 5 16 90 14 7 34 63
1928 253 4 9 19 83 15 10 61 52
1929 289 4 9 41 66 17 21 59 72
1930 196 5 12 23 38 23 10 21 64
1931 226 3 7 17 61 12 5 53 68

Anzahl der Krankentransporte
Jahr Anzahl
1920 23
1921 705
1922 1246
1923 926
1924 1717
1925 1763
1926 1875
1927 2238
1928 2554
1929 2609
1930 2133
1931 1990

Fahrzeuge der Berufsfeuerwehr

Art Fabrikat PS Wasserleistung
Motorspritze I Magirus 39/65 2000 Minutenliter
Motorspritze II Opel 34/80 1500 Minutenliter
Motorspritze III Magirus 39/70 2000 Minutenliter
Mannschaftwagen Vomag 45/50 800 Minutenliter
Motorleiter I Magirus 39/65 25 m Auszugslänge
Motorleiter II Magirus 39/70 26 m Auszugslänge
Pionierwagen Magirus 100 2400 Minutenliter
Krankenwagen I Elite 14/60  
Krankenwagen II Elite 14/60  
Krankenwagen III Elite 14/60  
Personenwagen I Adler 15/70  
Personenwagen II Wanderer 5/15  
Personenwagen III Wanderer 5/15  
Transportwagen Austro-Daimler 17/60  
Totenwagen Presto 13/35  

Einsätze der Überlandmotorspritze
Datum Einsatzort
20.11.1911 Gansgrün
01.07.1912 Oberlosa (Gasthof)
07.12.1912 Syrau (Rittergutsscheune)
   
   
07.02.1926 Lottengrün, wo ein Wirtschaftsgebäude und eine Scheune brannten
27.03.1926 Greiz, wo ein Brand in einer mechanischen Weberei ausgebrochen war
15.04.1926 in Herlasgrün brennt ein Wohnhaus mit Stallund und Scheune - bei den Aufräumarbeiten wird die Leiche eines Gutsangehörigen gefunden
260.6.1926 Scheunenbrand in Kürbitz
14.08.1926 Brand in den Vereinigten Gummiwerken AG in Pausa; die Taucherei in die Lagerräume standen in Flammen; die Überlandmotorspritze musste das Löschwasser über eine Entfernung von 400m vom Mühlgraben heranschaffen; unter anderem konnte das Kesselhaus und der Neubau gerettet werden
30.12.1926 Brand in der Pfefferkuchenfabrik in Oelsnitz; das Wohngebäude konnte gerettet werden
05.02.1927 in der Gardinenfabrik und Appreturanstalt der Firma C.E. Baumgärtel & Sohn GmbH in Lengenfeld brannte es; der Altbau und der Dachstuhl des fünfstöckigen Neubaus standen in Flammen; nach neun Stunden konnte, unter Mithilfe der Freiwilligen Feuerwehren, das Feuer gelöscht werden
24.02.1927 in Mühltroff brannten zwei Bauernhöfe; durch rechtzeitiges Eingreifen blieben die stark gefährdeten älteren Gebäude am Markt erhalten
04.07.1927 Brand in Unterhermsgrün bei Oelsnitz
270.7.1927 weiterer Brand in Unterhermsgrün, diesmal im Rittergut, wo nach über vier Stunden das Herrenhaus und das neue Stallgebäude gerettet werden konnten
02.02.1928 Brand in Arnsgrün bei Pausa
05.02.1928 in Oberwürschnitz brannten zwei Wohnhäuser, drei Scheunen und drei Schuppen
30.05.1928 in Schneckengrün, wo zwei Scheunen, ein Schuppen und der Dachstuhl eines Wohnhauses niederbrannten
21.07.1928 Brand in Reinsdorf bei Plauen
10.08.1928 Brand in Oberneundorf
09.09.1928 Brand in Limbach
24.09.1928 Waldbrand auf Thossener Flur
22.12.1928 Syrau, wo in einer Scheune unausgedroschenes GEtreide durch Selbstentzündung in Brand geraten war
28.05.1929 Raasdorf bei Ölsnitz
11.06.1929 Raasdorf bei Ölsnitz
21.06.1929 Oberlosa
09.07.1929 Pöhl, wo Wirtschaftsgebäude und Stallgebäude des Rittergutes in Flammen standen
12.08.1929 Weischlitz, wo ein dem Rittergut gehörendes Stallgebäude mit Futterboden dem Feuer zum Opfer viel; die Brennerei und das Herrenhaus, welche schon Feuer gefangen hatten, konnten erhalten werden
04.09.1929 Gräfenwarth (Bezirk Saalburg), 60000qm Wald standen in Flammen
05.09.1929 Reuth, es brannten 2 Stallungen, 1 Scheune und 2 Schuppen
09.10.1929 Oberlosa,das alte Herrenhaus viel dem Brand zum Opfer
16.02.1930 Theuma, wo Pferdestall, Scheune und Stallgebäude eines Bauerngutes nicht mehr zu retten waren
19.02.1930 Unterlosa, wo an 3 verschiedenen Stellen Feuer ausgebrochen war; 4 Scheunen, 2 Schuppen, 1 Stallgebäude und 1 Wohnhaus standen in Flammen
09.03.1930 Waldbrand bei Meßbach
02.04.1930 Waldbrand in der Nähe des Pfaffenhauses
05.07.1930 Schwand, wo infolge eines Blitzschlages Feuer ausgebrochen war
01.08.1930 Haidt bei Hof
12.08.1930 Theuma
20.08.1930 Weischlitz, wo zwei Scheunen und ein Schuppen, die zur Mühle gehörten, in Brand geraten waren
01.09.1930 Theuma, wo eine Scheune und ein Seitengebäude dem Feuer zum Opfer fiel
11.10.1930 Reinsdorf
13.10.1930 Hartmannsgrün, wo zwei Rittergutsscheunen ein Raub der Flammen wurden - ein angebautes Wohngebäude konnte erhalten werden
19.10.1930 Hartmannsgrün
11.03.1931 in Kauschwitz brennt die Tibüne der Radrennbahn
13.03.1931 Brand in Jößnitz
09.04.1931 in der Holzmühle bei Kauschwitz brennt ein Wirtschaftsgebäude; das Feuer drohte auf die benachbarte Gastwirtschaft mit dem angebauten Saalbau überzugreifen
31.05.1931 Brand in Schloditz
13.09.1931 Brand in Weischlitz
13.10.1931 Brand in Marieney
15.11.1931 in Grobau brennt der Gasthof mit zwei Stallgebäuden und der Scheune; über drei Stunden war die Feuerwehr mit dem Brand beschäftigt

Dezernate des Feuerwehramtes seit 1907
1907 Feuerlöschsachen Bürgermeister Wagner
1908 Feuerlöschsachen Bürgermeister Wagner
1909 Feuerlöschsachen Bürgermeister Wagner
1910 Feuerlöschsachen Polizeidirektor Vetters
1911 Feuerlöschsachen Polizeidirektor Vetters
1912 Feuerlöschsachen Polizeidirektor Vetters
1913 Feuerlöschsachen Polizeidirektor Vetters
1914 Feuerwehramt Stadtrat Kötz
1915 Feuerwehramt Stadtbaurat Wilhelm Goette
1916 Feuerwehramt Stadtrat Kötz (techn.Sachen Stadtbaurat Goette)
1917 Feuerwehramt Stadtrat Kötz
1918 Feuerwehramt Stadtrat Kötz
1919 Feuerwehramt Polizeidirektor Mette (Stellvertreter: Stadtrat Dr. Facilides)
1920 Feuerlöschwesen Polizeidirektor Mette
1921 Feuerwehramt Polizeidirektor Mette
1922 Feuerwehramt ab 1. 10. 1922 kommiss. Polizeidir. Dr. Max Schlotte (Stellvertreter: Stadtbaurat Goette)
1923 Feuerwehramt Stadtbaurat Wilhelm Goette
1924 Feuerwehramt Stadtbaurat Wilhelm Goette
1925 Feuerwehramt Stadtbaurat Wilhelm Goette
1926 Feuerlösch- und Samariterwesen Stadtrat Dr. Munke
1927 Feuerlösch- und Samariterwesen Stadtrat Dr. Munke
1928 Feuerlösch- und Samariterwesen Stadtrat Dr. Munke
1929 Feuerlösch- und Samariterwesen Stadtrat Dr. Munke
1930 Feuerlösch- und Samariterwesen Stadtbaurat Eugen Woerner
1931 Feuerlösch- und Samariterwesen Stadtbaurat Eugen Woerner
1932 Feuerlösch- und Samariterwesen Stadtbaurat Eugen Woerner


Einsätze der Feuerwehr
11.02.1894 nachmittags 17.00Uhr Brand des Fußbodens im Oberboden des Schneiderschen Hauses an der Carolastraße 9
05.03.1884 Abends 20.00Uhr starke Rauchansammlung in den oberen Räumen des Schröderschen Hauses an der äußeren Straßbergerstraße 20
12.03.1884 für 1.30Uhr Kellerbrand im Buchheimschen Hause Auenstraße 2
25.04.1884 Mittags 12.30Uhr Brand im Sattler Richterschen Hintergebäude an der Syrastraße
26.05.1884 Abends 20.30Uhr Kellerbrand im Hause der Firma Krug & Fritzsche, Ecke Berg- und Fürstenstraße
24.09.1884 Vormittags 10.30Uhr Brand auf dem Oberboden des Schmidtschen Hauses Georgstraße 5
25.09.1894 Vormittags 11Uhr Total-Brand der Oekonom Erlerschen Scheune an der alten Oelsnitzerstraße
06.11.1894 Nachmittags 14.00Uhr Total-Brand der Buchheimschen Scheune an der Friedhofstraße
08.11.1894 Ablöschen der wieder in Brand geratenen Ueberreste der Buchheimschen Scheune an der Friedhofstraße
17.11.1894 Abends 19.00Uhr Brand im Bodenraume des Buchheimschen Hintergebäudes Hammerstraße 5
21.12.1884 Mittags 13.00Uhr Werkstätten-Brand im Hinterhause des Tischlermeister Schädlich an der Jößnitzerstraße
   
20.02.1898 Vormittags 7 Uhr Brand durch Ueberheizung mit Sägespänen in der Räucherei des Otto Zschimmer, Rähnisstraße Ecke Albertstraße
03.03.1898 früh 1/2 4 Uhr brennt eine den F. A. Ebertschen Erben gehörige alte Scheune
03.04.1898 Vormittags 1/4 10 Uhr brennen im Oberboden der Albertstraße 7 Papier-Abfälle
03.04.1898 Vormittags 3/4 11 Uhr brennt ein Hader im Hause Reichsstraße Ecke Ziegelstraße
03.04.1898 Abends 1/2 11 Uhr brannte Ecke Jößnitzer- und Forststraße der Laden von Leopold Eschke im Louis Seifertschen Hause
17.04.1898 Vormittags 9 Uhr brannte die Werkstatt von Julius Hildner
20.04.1898 Abends 3/4 10 Uhr brannte im Hause innrere Neundorfer Straße (Marktstraße) eine im Garten stehende Eisbude
13.05.1898 Nachmittags 1/2 2 Uhr brannte ein Keller der Dreyelschen Erben, oberer Steinweg 7
06.06.1898 brannten Holz und andere Abfälle auf dem Hof des Zimmermeister Gust. Zimmermann, Weststraße 49
08.06.1898 Morgens 3 Uhr brannte der Neubau äußere Neundorferstraße, Besitz er Bäckermeister Hommel
09.06.1898 brannte Mittags 1 Uhr ein Dachraum des Hauses Johannstraße 7, Restaurant zum Vogtland
12.07.1898 früh 6 Uhr brannte der Dachboden in der Annenstraße 5, BEsitzerin Frau verw. Kaiser
23.08.1898 Nachmittags 2 Uhr brannte ein Gesträuch unterhalb der Hüttelschen Brauerei
10.09.1898 Nachmittags 1/2 4 Uhr
   
   
   
   
   
07.02.1902 abends 21.45Uhr brennt am Wege nach Thiergarten ein Schuppen des Baumeisters Weber
24.02.1902 nachts 0.30Uhr Großfeuer dreier Scheunen in der Straßberger STraße gegenüber der Restauration "Zum Bienengarten"
28.02.1902 vormittags 10.30Uhr Kellerbrand im Hause Kaiserstraße 11
07.03.1902 nachmittags 15.30Uhr Waldbrand auf dem Preißelpöhl
06.04.1902 früh 3Uhr brennt eine Scheune des Spediteurs Baum in der Reißiger Straße
05.05.1902 abends 22.30Uhr brennt ein zur Röll'schen Bäckerei gehöriger Schuppen
20.05.1902 früh 5.45Uhr brennt es in der Räucherkammer des Frinzelschen Hauses Ecke Forst- und Jößnitzer Straße
24.06.1902 früh 1.30Uhr Stubenbrand durch eine explodierte Tischlampe im Hause Kant- Ecke Reinsdorfer Straße
04.07.1902 früh 2.30Uhr Brand in den Kellerräumen des Konsumvereins Ecke Berg- und Annenstraße
29.07.1902 nachmittags 3.45 Brand in den Kellerräumen der Drogerie Schwalbe Forststraße Ecke Jößnitzer Straße
05.08.1902 früh 2Uhr Brand im Hintergebäude der Straßberger Straße 17
24.08.1902 nachmittags 16Uhr Stubenbrand in der Reinsdorfer Straße 31
30.08.1902 früh 4Uhr Brand in der Forststraße 30; dem Drogisten Richard Lehmann gehörige Materialien für Feuerwerke war in Brand geraten; ein Hausbewohner verstarb einige Tage später im Krankenhaus
01.11.1902 nachmittags 12.30Uhr Brand im Lagerraum des Stickereigeschäftes der Firma Richard Scheibner Jägerstraße
15.11.1902 früh 4Uhr Schwelbrand im Hause Windmühlenstraße 2
22.11.1902 nachts 0.00Uhr Brand auf einem Flur des Hotels "Fürstenhalle"
   
21.02.1911 Geschäftshaus von Herz & Co. AG
28.03.1911 Gardinenfabrik Ecke Hofwiesen- und Pfortenstraße
31.03.1911 Wohnhaus Oberer Graben 9
19.09.1911 Vogtländische Maschinenfabrik
   
13.01.1912 Wohnhaus Schulberg 1
10.02.1912 Neubau der MArkuskirche
12.02.1912 Chemische Fabrik Ackermann, Gustav-Adolf-Straße 15
   
31.01.1913 Fabrik Leopold Oskar Hartenstein, Dobenaustraße
19.03.1913 große Feldscheune des Ritterguts Reusa
21.04.1913 Fremdenhof "Blauer Engel"
30.04.1913 Wohnhaus Reusaer Straße 78
22.06.1913 Richter's Kalkwerk an der Straßberger Straße
   
23.02.1914 Edmund Albert, Bäckermeister, Möschwitzer Straße 73
17.03.1914 Eugen Hartenstein, Kaufmann, Rädelstraße 13
12.06.1914 Überschwemmungen infolge Unwetters
30.07.1914 Rittergutsscheune in Reinsdorf
30.09.1914 Kohlenbunker im König-Albert-Bad
   
04.01.1915 Uebel & Co., Bleicherei, Uferstraße
31.01.1915 Kohlenbunker im Gaswerk II
23.06.1915 Beyer & Zetzsche, Maschinenfabrik, Forststraße 36/38
30.06.1915 Zimmerplatz von Gustav Richter sen., Baumeister, Straßberger Straße 76
17.07.1915 Aug. Geipel, Papierfabrik, Hammer G34
07.08.1915 Sommers Erben, Äuß. Straßbgerer Straße
   
25.01.1917 Tietz's Erben, Warenhaus, Postplatz 5/6
01.02.1917 Karl Ernst, Landwirt, Windmühlenstraße 12
29.03.1917 Gottwald Sieber, Ing., Seminarstraße 23
   
19.07.1918 Explosion Kartuschieranstalt, Parsevalstraße
23.07.1918 Hilperts Brauerei
26.07.1918 Aktienbrauerei (Sudhaus)
17.09.1918 Maschinenfabrik von Beyer & Zetzsche
   
04.07.1919 Gottlieb Fischer, Stickerei, Blumenstraße 7
19.08.1919 Vogtländische MAschinenfabrik AG (Autoreparatur-Werkstatt), Cranachstraße 4
   
13.03.1920 Siemens-Schuckert-Werke, Draht- & Kabelwerke, Schlachthofstraße 1
   
14.10.1921 Fuchs's Erben, Gasthof, Möschwitzer Straße 76
   
27.01.1922 L. Göbel, Dittrichplatz 11
   
10.05.1923 Pöschmann's Erben, Schloßstraße 30
   
   
   


Mannschaftsbestand der Pflichtfeuerwehr

    1911 1912 1913          
Führer   26 26 25          
Spritzenmannschaft   300 300 300          
                   
                   


Mannschaftsbetand der Freiwilligen Bürgerfeuerwehr

    1911 1912 1913 1914 1915 1916 1917 1918 1919 1920 1921 1922 1923      
Kommando   6 6 6 6 6 6 6 6 6 5 5 5 6      
1. Kompagnie (Spritzen- und Hydrantenmannschaften, 4 Züge)   75 65 62 55 63 60 60 56 57 79 76 65        
2. Kompagnie (Steiger- und Räumerzug)   63 56 54 60 59 60 61 57 60 47 47 46        
3. Kompagnie (zwei Pionierzüge)   25 28 31 26 28 27 25 21 17 17 27 23        
4. Kompagnie (Absperrmannschaften)   38 38 36 43 40 38 38 34 34              
Spielleute   24 26 26 19 18 17 19 20 20 22 20 23        
Sanitäter   10 12 14 12 13 11 10 10 11 10 12 10 11      
Löschzug Chrieschwitz   25 23 22 18 19 18 19 16 15 32 33 33 33      
Löschzug Haselbrunn   16 24 17 20 20 20 18 18 18 20 27 25 25      
Löschzug Reusa   13 16 17 16 15 15 27 18 23 35 33 25 21      
Löschzug Kleinfriesen   19 15 13 14 14 13 15 13 15 25 24 22 19      
                                   
gesamt         289 295 285 298 269 276 292 304 277 217      

- Ende 1922 wurde die 1., 2. und 3. Kompagnie und die Spielleute zu Stadtkompagnien verschmolzen
- am 5.12.1919 wurde die 4. Kompagnie aufgelöst