Dominikaner-Kloster und Nonnenhaus zu Plauen i.V.
dieser Artikel stammt von Julius Vogel und wurde im Jahre 1910 in der 20. Jahresschrift der "Mitteilungen des Altertumsvereins zu Plauen i.V." veröffentlicht

Das Dominikaner-Kloster.

Es ist erstaunlich, welche Ausdehnung das Klosterwesen während des Mittelalters auch in dem schwach bevölkerten Vogtland gewonnen hatte. Abgesehen von dem Ritter- und Priester-Orden der Deutschherren, welchem im 13. Jahrhundert die Pfarrkirchen zu Plauen, Reichenbach, Asch (mit Adorf), Tanna und Schleiz überwiesen wurden, fassten die verschiedenen Mönchsorden festen Fuß im Gebiete der Vögte von Weida, Gera und Plauen. Es waren die Augustiner, Franziskaner und Dominikaner, welche 9 Nieder­lassungen gründeten. Im Jahre 1193 (1209) stiftete Vogt Heinrich der Reiche von Weida mit Genehmigung des Kaisers Heinrich sowie des Landgrafen Hermann in Thüringen und des Bischofs Berthold von Naumburg das Augustiner-Mönchskloster zu Mildenfurth bei Weida. Es nahm den besonderen Zweig der Reglerherren des Prämonstratenser-Ordens auf. Die Augustiner gehörten zu den Bettelorden, erhielten aber das Recht, liegende Güter zu erwerben. Sie nannten sich nach dem berühmten Bischof St. Augustin (+ 430) und trugen schwarzen Mantel mit weissem Ueberhang. Auch Dr. Martin Luther war bekanntlich Augustinermönch. Seine Reformation bewirkte freilich, dass die sächsische Vereinigung (Kongregation) sich auflöste. Infolge der französischen Revolution von 1789 wurde der Orden auch in Deutschland aufgehoben.
Ein Nonnenkloster der Dominikanerinnen stiftete 1239 Jutta, die Ehefrau Heinrichs von Gera, zu Kronschwitz bei Weida. Nach einer Rechnung vom Amtschösser Hans Reibold aus dem Jahre 1549 wurden aus Plauen an das Kloster Kronschwitz von 18 Zinspflichtigen 72 Gr. 8 Pf. bezahlt; außerdem erhielt es aus der Umgebung Plauens viele Geld- und Natural-Abgaben.
Um dieselbe Zeit entstand ein Franziskaner-Nonnen­kloster in Triptis, das aber bald nach Zwickau verlegt wurde und dadurch seine Bedeutung für das Vogtland verlor. Die Glieder des Franziskaner-Ordens, gestiftet von Franz von Assisi (+ 1226) in Italien, für Predigt und Seelsorge (Beichte), trugen graue oder braune Kutten.
In Weida wurden zwei Klöster gegründet, das Peters­kloster des Prediger-Ordens der minderen Brüder (Minoriten) der Franziskaner und ein Nonnenkloster der Dominikane­rinnen. Dominicus (+ 1221) hatte seinen Orden in Spanien für Predigt, Beichte und Ketzerbekehrung gegründet. Seine Klosterleute trugen weissen Rock mit schwarzem Oberkleid.
In der Stadt Hof an der Regnitz errichteten die Franzis­kaner zwei Klöster, das eine für Mönche, das andre für Nonnen, und zwar letzteres als St. Klarenkloster für Klarissinnen, benannt nach St. Klara von Assisi, welche 1253 starb. Sie trugen ein graues Gewand mit einem Strick als Gürtel.
Außer einem Dominikanerkloster in Plauen befand sich noch bei Saalburg ein Nonnenkloster zum heiligen Kreuz.
Dominikanermönche aus Leipzig bewirkten die Gründung eines Klosters in Plauen i. V. Ein wohlhabender Bürger aus dem Geschlechte der Kanis (Kanz) widmete ihnen zu 1266 diesem Zweck seine umfangreiche Hofstätte, die (nach den heutigen Verhältnissen) vom oberen Klostermarkt über die Klosterstrasse hin bis zum Syrabache sich erstreckte. 1273 wurde der Bau des Klosters begonnen, „durch Bettel und Almosen”, also durch freiwillige Gaben frommer Leute ausgeführt und namentlich mit Hilfe des Vogtes Heinrich und des Bürgers Hartmann Kanis 1285 vollendet. Bereits 1291 wird hier ein Prior Otto erwähnt, bald darauf Bruder Heinr. v. Weida, Heinr. und Günther v. Schwarzburg und Volkwin. Der Dominikaner-Orden, 1216 vom Papst Innocenz III. bestätigt, hatte Entsagung allen Güterbesitzes gelobt.
Infolgedessen ist auch der Besitz des Klosters in Plauen nicht groß gewesen. Erst 1425 wurde dem Orden die Annahme von Schenkungen gestattet. Aber schon viel früher besaß er Stiftungen. Denn bereits 1301 verlieh Vogt Heinrich der Aeltere dem Kloster zu Plauen eine Mark (eine Mark Silber ist bald ein ganzes, bald ein halbes Pfund Silber. Um 1300 wurden aus 1 Mark = 60 Dickpfennige oder Groschen geprägt, seit 1409 = 72 Groschen, später 9-14 Thaler, seit 1857 = 15 Thaler = 45 Mark) jährlichen Zinses im Dorfe Thiergarten bei Plauen. Vertreten war das Kloster durch Prior Walther, Bruder Heinrich von Plauen und Bruder Nikolaus von Pöhl. 1309 verkaufte Prior Heinrich mit seinem Konvent seine in Thiergarten gelegenen Güter für 7 1/2 Mark Geldes an das deutsche Ordenshaus zu Plauen, weil er das Geld zum Bau seiner Kirche brauchte. Als Mitglieder des Konvents werden dabei genannt Supprior Heinrich, Bruder Heinrich von Gera, Bruder Hertwig und Leo. 1350 bestimmte Frau Elisabeth von Kospoth, Burgolds Witwe, als ihre beiden Töchter Sophie und Adelheid in das Kloster Heiligenkreuz bei Saalburg eintraten, dass nach dem Tode dieser zwei Nonnen von den ihnen über­wiesenen 2 1/4 Mark jährlichen Zinsen (aus einigen Dörfern der Herrschaft Schleiz) jährlich 1/2 Mark von diesem Kloster an die Brüder des Prediger-Ordens in Planen für zwei zu haltende Seelenmessen gegeben würden. Dieselben Mönche verkauften 1353 eine Hofstätte zu Hof i. B., Cramhoffstetel genannt, womit die Vögte zu Weida das Hospital in der Stadt Hof belehnten. Als Ritter Ulrich Sack einen gewissen Albert Kratzber ermordet hatte, erklärte sich Prior Volrat, Supprior Dietrich und Lesemeister Nikolaus im Namen des Klosters zu Plauen 1369 bereit, für den Ermordeten am „Altar aller Apostel” Seelenmessen zu halten. Jedenfalls hatte Sack dafür eine Schenkung gemacht. Nach einer Vereinbarung der Stadt Planen durch ihren Bürgermeister Hans Malsdorfer und ihre Ratsgeschworenen mit dem Kloster und seinem Prior Lupold von Wolfersdorf aus dem Jahre 1379 durften die Mönche die städtische Wasserleitung unter der Bedingung benutzen, dass sie die Legung der Wasserröhren durch das Kloster niemals hindern wollten. In dem Privilegien- und Zinsbuch für die Stadt Plauen vom Jahre 1382 steht auch eine Abgabe für das Kloster mit verzeichnet. Wer die Wiese der Agnes Mynneryn besitzet, gelegen in der Aue (Elstertal bei Plauen), der zinset jährlich 3 Groschen in die Küsterei der Predigermönche.
1421, als Hans Göler Bürgermeister in Plauen war, stiftete Frau Sophia Fassmann eine Seelenmesse mit einem jährlichen Zins von 10 Gulden, den der Rat auf Stadtrente übernahm gegen Zahlung eines Kapitals von 120 Gulden. Darüber wurde noch 1479 eine Bestätigungsurkunde vom Bürgermeister Hans Brenner ausgestellt.
Konrad Röder, Hauptmann zu Mühltroff, stiftete 1426 auf dem von ihm erbauten Altar eine Seelenmesse für seinen Bruder Hans Röder und seine Vorfahren gegen Entrichtung von 162 Gulden an das Kloster zu Plauen.
Nachdem die Hussiten Sachsen und Thüringen raubend, sengend und mordend verwüstet hatten, kamen sie am 24. Januar 1430 vor Plauen an. Auf dem festen Schlosse hatten viele Landbewohner, Edelleute, Geistliche und Bürger eine Zufluchtstätte gefunden. Der Feind ließ die Ver­teidiger zu freiwilliger Uebergabe auffordern und versprach sichern Abzug. Im Vertrauen auf das gegebene Wort legten die Belagerten ihre Waffen nieder, wurden aber grauenvoll betrogen. Hunderte fanden am 25. Januar bei dem folgenden Blutbad ihren Tod. Von 173 im Schloss getöteten Männern sind uns 150 Namen überliefert worden; sie erhielten ihre Grabstätte auf dem Klosterkirchhof. Mönche und Deutschherren sollen zu Tode gemartert und einzelne sogar lebendig begraben worden sein. Die ermordeten Mönche von Plauen waren: Nikolaus Eckart, Konrad Gerber, Laurentius Töpffer, Nik. Kandeler, Nik. Zeissner und Johannes Zesse.
Eine Seelenmesse für seinen verstorbenen Vater stiftete 1451 Mathes Walmann. Er zahlte dem Kloster 15 Schock Groschen und versprach noch eine gleiche Summe, worüber der Prior Michael Haussner Quittung leistete. Auch die Burggrafen zu Meissen hatten als Herren zu Plauen Seelenmesse-Stiftungen im Kloster. 1458 belehnte Burggraf Heinrich II den „Guten Heinrich” (1458—89 erwähnt) mit einem Freigut in Meßbach bei Plauen und legte auf dieses Gut 12 alte Schock jährlicher Zinsen, die den Predigerbrüdern in Plauen für Abhaltung zweier Seelenmessen zu entrichten waren. Nach diesem Lehnsmann ist noch heute der Gutheinrichsteich bei Meßbach benannt. Im Jahre 1467 wurde dem guten Heinrich das Lehen von Kurfürst Ernst und Herzog Albrecht zu Sachsen bestätigt, ebenso 1489 von Kurfürst Friedrich und Herzog Johann. Nach den bis 1533 erteilten Lehnbriefen blieben die Zinsen auf diesem Gute haften. Der Dominikanermönch Stephan Rudolph zu Plauen wendete sich 1470 in einem Schreiben an den Bürgermeister und Rat zu Eger und bat um Entlastung von einem Bürgschaftsversprechen, das er dem Egerer Bürger Hans Penzel zu Gunsten des Bürgers Ott Koch in Plauen gegeben hatte. Da Penzel seinen Verbindlichkeiten nicht nachkam, brachte er den Klosterbruder in Verlegenheit.
Im Jahre 1476 wurde das Kloster von den Predigerbrüdern zu Leipzig reformiert, „nahm nachmals sehr zu und ist (bis 1525) in recht geistlichem Wesen geblieben.” Auf dem Schlosse zu Plauen hatten die Mönche bisher täglich Messe gehalten gegen eine feste Besoldung von 6 Schock 40 Groschen vom Amt. Diese Einnahme kam zur Hälfte seit 1478 in Wegfall durch die Anstellung eines besonderen Schloßkaplans.
Die Einbringung der Zinsen hat den Klosterleuten gewiß oftmals Schwierigkeiten verursacht. Sie überließen deshalb 1478 dem Stadtrat von Plauen durch vier Verschreibungen 30 Gulden jährlicher Geldzinsen sowie einige Naturalbezüge, wofür der Rat sich erbot, den Mönchen den Geldzins und jährlich 2 Stein Unschlitt (= 40 Pfund Inselt oder Talg zur Herstellung von Lichtern) und wöchentlich 2 Nößel (= 1 Liter) W ein zu entrichten. Auch gestattete er den Predigerbrüdern die Benutzung des Stadtgrabens zwischen der Stadtmauer und dem Klostergarten. Gemeint ist nach der heutigen Bezeichnung die Klosterstraße zwischen Nonnen­turm und Klostermarkt, die erst später zu ihrer jetzigen Höhe aufgefüllt wurde.
Jhan (Johann) von Machwitz zu Chrieschwitz vermachte den Predigerbrüdern die obere Badestube zu Plauen, „unter dem Klostergarten (= Lohmühlenanlage) beim Syrauertor gelegen” (wahrscheinlich Syrastraße 21). Nachdem der Hauptmann zu Vogtsberg und Plauen Friedrich von Reitzenstein den Mönchen die Lehen dazu erteilt hatte, geloben sie 1487, für die Seelen des Stifters sowie der Seinigen und des ganzen Geschlechtes von Machwitz eine ewige Seelenmesse mit 4 Begängnissen zu halten. Falls sie dieser Verpflichtung nicht nachkämen, gestehen sie dem Aeltesten der von Mach­witz und dem Rate von Plauen das Recht zu, sie zur Ver­antwortung zu ziehen. Auch verpflichten sich die Mönche, die Badestube stets in baulichem Stande zu erhalten. Hierbei werden namentlich aufgeführt Prior Balthasar Bloßbalk, Johannes v. Neuenmarkt, Johannes von Regensburg und Nik. Tretwin (Trautwein) von Zwickau.
Frau Anna verw. Federangel geborne Schicker, 1489 in Zwickau verstorben, welche allein für Zwickauer kirchliche Stiftungen 660 Gulden aussetzte, vermachte dem Kloster in Plauen 10 Gulden.
Kurfürst Friedrich und Herzog Johann übergaben 1492 dem Kloster den bisher zum Schloss gehörigen Siechenteich in der Brückenvorstadt mit Gräben, Wasserläufen und Dämmen. Dieser Teich hinter dem Siechenhaus oder St. Johannis­hospital, das schon 1255 als Lazaret der Aussätzigen erwähnt wird, lag da wo heute das Eisenbahngleis und die Reichen­bacherstraße sich kreuzen. Die genannten Fürsten überwiesen dem Kloster außerdem einen Amtsfronbauer Raschka zu Gansgrün mit dessen Lehen und Zinsen. Dafür erboten sich die Mönche, jährlich vier Begängnisse mit Vigilien (Abend­betstunden) und Seelenmessen für das fürstliche Haus zu halten. Außer bereits erwähnten Mönchen wird hierbei noch der Lesemeister Nik. Thußmer genannt.
Die Brüder und Vettern v. Tettau zu Syrau und Mechelgrün übereigneten zwei wüste Teichstätten bei Altensalz den Predigermönchen zu Plauen, damit sie dafür jährlich ein Begängnis hielten. Fabian v. Hermannsgrün, zu Thossfell, zu dessen Gut die Teiche früher gehörten, sprach 1493 seinen Verzicht aus.
Durch Kauf vom Geschlechte der Thossen war das Kloster in den Besitz auch der unteren Badestube gelangt. Da ein Kauf und keine Schenkung vorlag, so kam das Kloster mit dem Rat in Streit. Kurfürstliche Räte trafen 1495 folgende Entscheidung: Die Mönche sollten noch 2 Jahre im Besitze der Badstube bleiben, sie in baulichem Stand erhalten und einem Bürger von Plauen übertragen, dann aber an einen Weltlichen verkaufen. Fände sich kein Käufer,
Die Mönche verlangten ein Amtsfischwasser zurück, das sie früher gepachtet hatten und das an den Rat übergegangen war. Dagegen sträubte sich 1478 nicht nur der Rat, sondern auch der Hauptmann zu Plauen Thym von Hermannsgrün, weil die ganze Stadt wegen Mangels an Fischen darunter zu leiden haben würde. Auch könnten die Gast­wirte für ihre Gäste keine Fische erkaufen, und ebenso würden dem Deutschen Ordenshaus zu Plauen Widerwärtigkeiten erwachsen. Das Gesuch der Mönche fand keine Berücksichtigung, weshalb sie es um 1500 erneuerten, aber wohl wieder vergeblich.
Gleichzeitig wurde noch ein Streit der Mönche beigelegt, den sie mit der Stadt Oelsnitz i. V. wegen Eierkaufs auf dem Markte führten. Sie hatten an den Markttagen daselbst alle Eier aufkaufen lassen, sodass die Bürger ihren Bedarf nicht decken konnten. Der Rat verlangte, dass erst die Bürger Eier kauften und nach ihnen die Mönche. Gewiß hat man den Streit in Güte beigelegt.
Zur Stiftung einer Seelenmesse übergab Hildebrand Thoss zu Steinsdorf als der letzte von drei Brüdern 1503 in seinem Testament dem Kloster 58 Gulden und die Hälfte seiner hinterlassenen Habe an Pferden, Kühen und Haus­gerät.
Auf Bitten des Amtmanns Kaspar Metzsch bewilligten die Fürsten 1504 den Klosterbrüdern „zur Erhaltung des geistlichen Lebens und der Observanz” (Befolgung kirchlicher Gebräuche) den Bau einer Mahlmühle unter dem Teich im Klostergarten, jedoch nur für ihre eigne Haushaltung.
Von den 18 Fleischbänken, die 1506 in Plauen vor­handen waren, besaß auch das Kloster eine Bank. Sie wurden sämtlich an Fleischer vergeben. Die vier Brüder Feilitzsch zu Treuen - Moritz, Heinrich, Eberhardt und Urban - widmen dem Kloster 1517 einen Bauer Hans Pfaff zu Schönlind mit 1 Gulden jährlichen Zinses und einen Scheffel Weizen oder Erbsen aus ihrem Vorwerk Tobertitz, wofür die Mönche jährlich zwei Begängnisse mit Vigilien und Seelenmessen für die Verstorbenen des Geschlechtes von Feilitzsch im Kloster halten wollen.

Seit dem Jahre 1521 hatte sich in Plauen die Bürgerschaft und das Deutsche Ordenshaus unter seinem Komtur Georg Eulner der Reformation Dr. Martin Luthers zugeneigt. Auch ein Mönch des Dominikanerklosters, Georg Raudt (Raute), Sohn eines reussischen Landrichters in Gera, hatte Luthers Schriften studiert und war für die neue Lehre entschieden eingetreten. In seiner Gewissensnot wandte er 1524 sich brieflich an den Reformator selbst und erhielt von diesem folgende Antwort:
An den ehrwürdigen Bruder in Christo, Georg Raudt, Prediger in Plauen. Gnade und Friede! Geliebter Bruder. In aller Kürze vernimm von mir dem Vielbeschäftigten: Wenn die Sache so steht, dass Du dort (im Kloster) nicht frei und sicher das Wort Gottes be­kennen und lehren kannst und abergläubische Zeremonien und Messen mitzumachen gezwungen wirst, so ist mein Rat, dass Du lieber von dort weg und dahin gehst, wo Du es frei bekennen und nützlich wirken kannst, Deinen Wider­sachern aber es überlässt, wie sie sich verantworten mögen. So habe ich auch dem Herrn Nikolaus von Sack (auf Geils­dorf) geschrieben. Wenn Du aber ohne Verletzung des Ge­wissens und ohne irgendwie ihre (der Mönche) Vorschriften zu befolgen bleiben kannst - was freilich, wie ich glaube, ein unerhörtes Wunder wäre, wenn sie dies duldeten - so bleibe in Gottes Namen. Bete für mich! So vielen muss ich Einzelner antworten; daher wundere Dich nicht über die Kürze meines Briefes. Ich bin wahrhaft überladen mit all den Büchern und Briefen, die ich zu schreiben habe. Gehab Dich wohl! Wittenberg, Mittwoch nach Oculi 1524. Martin Luther.
Seitdem predigte Raute in der St. Johanniskirche zu Plauen. Komtur Eulner bezog vom Pfarramt ein redliches Einkommen und hatte den Predigtstuhl zu besetzen. Auf Anweisung des Kurfürsten sollte er mit dem Rat und Amt­schösser das Gehalt des Predigers regeln. 1527 nahm der Rat den Pfarrer und die übrigen Kirchen- und Schul­diener als seine Beamten an. Durch die Visitationen von 1529 und 1533 wurde die Reformation endgültig durchgeführt.
Die Dominikaner Plauens besaßen in den Städten Zwickau, Mühltroff und Oelsnitz i. V. Termineien, Häuser, in denen sie die erbettelten Gaben niederlegten. Da auch in Zwickau die Reformation obgesiegt hatte, so verbot der Rat daselbst bereits 1521 den Predigermönchen aus Plauen das Terminieren (Betteln) in den Häusern. Sie sahen sich deshalb genötigt, 1524 ihr dortiges Termineihaus zu verkaufen, und zwar zum Preise von 200 Gulden.
Ueberhaupt gestaltete sich die Lage der Mönche immer ungünstiger, weil nicht bloß die freiwilligen Gaben, sondern auch manche verbriefte Bezüge ausblieben. Die Teilnahme der Bevölkerung für die altkirchlichen Seelenmessen schwand immer mehr dahin, sodaß die Mönche, welche in den Klöstern ausharrten, geradezu Not litten. Auch wurde die Zurückziehung von Klosterstiftungen vielfach beantragt. So verlangte 1524 Witwe Gertraud Kendler in Plauen ein Gehölz zurück, das ihr Stiefbruder während ihrer Unmündigkeit den Mönchen für ein Darlehn von 10 Gulden überlassen hatte. Ferner beanspruchten Wolf und Thomas Kunolt die Auf­hebung einer Messestiftung, die ihr Großvater Erhart Settler, während sie noch unmündig und ohne Vormund waren, mit 120 Gulden errichtet hatte, zumal dieselbe noch nicht be­stätigt und ihr Großvater zu jener Zeit nur auf heuchlerische und hinterlistige Weise dazu beredet worden sei.
Auch die drei Schwiegersöhne der Schwester von Hildebrand Thoss zu Steinsdorf sträubten sich gegen das von letzterem 1503 zu Gunsten des Klosters errichtete Testament. Es waren Hans Brenner zu Plauen, Jobst Hammer­schmid zu Pöhl und Peter Grym zu Reinsdorf. Sie gaben an, die drei Brüder hätten damals ihre einzige Schwester elendig verstoßen und in ein fremdes Fürstentum getrieben. Durch das Vermächtnis seien sie um 500 Gulden Erbschaftswerte verkürzt worden. Sie verlangten befriedigt zu werden durch einen Schuldner des Klosters, Georg von Geilsdorf zu Reuth, der seiner Zeit das Geld von den Mönchen erborgt hätte. Auch sie machten den Mönchen den Vorwurf der Erbschleicherei.
Die Stellung der Mönche in Plauen zur Bevölkerung wie zur Obrigkeit war mit der Zeit völlig unhaltbar geworden. Es ist deshalb nicht zu verwundern, dass am 3. Mai 1525 dem Kloster ein gewaltsames Ende bereitet wurde. Bis in unsere Zeit hat man nach dem Bericht des Pirnaischen Mönchs Johann Lindner eine Erstürmung und Plünderung des Klosters angenommen; jedoch wird diese Annahme durch neuere Forschungen widerlegt. Namentlich hat Professor W. Fischer sich um die Klarstellung der Sache verdient gemacht. Der genannte Pirnaische Mönch, von dem wir den ältesten Bericht haben, erzählt den Vorfall in folgender Weise:
Am 3. Mai 1525 wurde auf Anweisung von Peter Wenigel und etlichen des Rates nach einem Büchsenschuss an 3 Oertern ins Kloster eingebrochen, dasselbe aufgebrochen und mit tyrannischer Wutrigkeit aller Hausrat räublich ent­wandt, auch mit mördlichen Waffen das Gotteshaus angetastet. Sie haben heilige Geräte auf die Erde geschüttet, die Mühle vernichtet und als wütende Hunde alles mutwillig verderbt. Die Klosterbrüder, unter denen viele Stadtkinder waren, die merklich Geld ihres Erbanfalls darin gewandt hatten, wurden jämmerlich zerstreut und ins Elend vertrieben. Dazu half ein meineidiger und treubrüchiger Mönch, Jeorge Raute von Gerau, ein Anhetzer solchen Spiels.
Der zweite Berichterstatter, der zwei Menschenalter später schrieb, war ein Stadtschreiber Plauens, Huldreich Fröhlich. Er beruft sich geradezu auf den Pirnaischen Mönch und hat ihn ausgeschrieben, sodaß sein Zeugnis wertlos ist. Der Bericht jenes Mönchs, der Dominikaner und päpstlich gesinnt war, läßt deutlich erkennen, daß er leidenschaftlich Partei ergriff für seinen Orden und für seine Kirche. Wie später nachgewiesen wird, war die Klostermühle gar nicht zerstört worden. Daß Georg Raute, der Mitte des Jahres 1524 das Kloster verließ, dem Pirnaischen Mönch tief verhaßt war, ist leicht erklärlich. Der Anführer bei dem Vorgang gegen das Kloster war auch nicht der Ratsherr Thomas Wenigel, wie Spätere berichtet haben, sondern der Amtschösser Peter Wenigel, also ein kurfürstlicher Beamter zu Plauen (1521-29) aus einem altangesehenen Plauischen Bürgergeschlecht; und mit ihm kamen etliche des Rates. Gewiß hat Raute im Sinne Luthers wider das Mönchswesen geeifert. Es ist auch anzunehmen, daß Amtschösser und Ratsherren mit bewaffnetem Geleite ins Kloster eingedrungen sind und daß eine aufgeregte Volksmenge sie umdrängte. Ob der Büchsenschuß von einem Bürger mutwillig abgefeuert wurde, oder ein Schreckschuß sein sollte, bleibt ungewiß. Aber nach den Persönlichkeiten, welche an der Spitze standen, ist die sogenannte Erstürmung und Plünderung des Klosters nichts anderes als „die behördliche Schließung und Besitzergreifung des Klosters durch den Staat und die Stadt". Hätte der Amtschösser eigenmächtig gehandelt und einen Gewaltstreich verübt, so hätte die Regierung sein Verhalten gerügt; aber der Kurfürst hat ihm noch in demselben Jahre die Verwaltung der Klostergüter übertragen. - Somit hatte das Kloster in Plauen 240 Jahre (1285-1525) seiner kirchlichen Bestimmung gedient.
Was sollte nun aber aus den Gebäuden und Gerätschaften, Stiftungen und Zinsen des Klosters werden? Da die Beant­wortung dieser Frage schwierig war, wendete sich der Rat mit der Bitte um Auskunft an Luther. Derselbe gab folgenden Bescheid:
An den Rat zu Plauen. Gnade und Friede in Christo. Ehrsame weise liebe Herren. Auf Euer Schreiben des Klosters halber bei Euch weiß ich nicht anders zu antworten, denn ich zuvor durch öffentlichen Druck habe in solchen Fällen geschrieben; nämlich wo das Kloster verlassen, habe die Stadt oder Herrschaft die Häuser einzunehmen und in guten Brauch zu wenden, die Güter aber und Zinsen, wo arme dürftige Erben sind der Stifter, dass man denselbigen die lässt fahren und ihnen eines Teiles jetzo gewährt. Ist derhalben mein Gutdünken, daß Ihr Euch mit dem Adel freundlich vertraget, ob sie ganz oder eines Teils abtreten wollen von der Stiftung ihrer Eltern (Vorfahren) und also zu Gottes Werk anlegen. Solches ist billig und gefällt Gott als eine Frucht der Liebe. Die Kleinod (kirchlichen Gerätschaften) aber bleiben, wo die Behausung bleibet. Hiermit Gott befohlen. Amen. Montags nach Simonis und Judä (28. Okt.) 1525. Martinus Luther D.
Ob dieses Gutachten den Wünschen des Rates durchaus entsprochen hat, ist fraglich, denn Luther nennt drei Rechts­nachfolger: die Stadt, die Herrschaft (Landesregierung) und die Erben der Stifter. Gerade diese Teilung war schwierig. Gern hätten die Erben der Stifter die Vermächtnisse zurückgezogen, und ebensogern hätten die Zinspflichtigen die schuldigen Abgaben für sich behalten; aber die Regierung gab das nicht zu, sondern bestimmte, daß alle Klostergüter erhalten blieben und die Ueberschüsse zur Besoldung der Kirchen- und Schuldiener verwendet würden.
Das Kloster wurde von den meisten Ordensbrüdern verlassen, so von dem Prior Pregler und dem Prediger Dr. Stürz. Einige, wahrscheinlich ältere oder kränkliche, blieben mit Einwilligung der Behörden daselbst zurück, so der Lesemeister Sebald und Laienbruder (Ziegelstreicher) Ilg (= Aegidius) Zerenner.

Ueber den Besitz des Klosters zu Plauen hat uns erst C. v. Raab aus dem Sachsen-Ernestinischen Gesamt-Archiv zu Weimar genaue Nachrichten zukommen lassen. Der erste weltliche Verwalter des Klostergutes war, wie schon erwähnt, Amtschösser Peter Wenigel, der von 1525-29 Rechnung abgelegt hat. Nach seiner ersten Rechnung (1525-27) hatte das Kloster nur vier Lehn- und Zinsleute in den Dörfern Wohlbach, Gansgrün, Taltitz und Ramoldsreuth, die jährlich 30, 31 1/2, 26 und 8 Groschen Erbzins entrichteten; außerdem gab von ihnen Andreas Raschka von Gansgrün noch 33 Gr. Frongeld; insgesamt 128 1/2 Gr. Für den angegebenen Zeitraum betrug die Einnahme 6 Schock 4 Gr. = 364 gr. oder 17 Gulden 7 Gr. - Auf Bitten des Predigers Raute wurde das Geld besonders zur Unterstützung der im Kloster gewesenen Mönche verwendet, die mit Armut beladen waren, der Rest für Instandhaltung der Klostergebäude, sodaß kein Ueberschuß blieb. Herr Peter (Pregler) zu Fröbersgrün erhielt 2 fl., Jobst Crafftshoffer von Nürnberg 5, Laienbruder Nickel Sagk 6, der Kaplan zu Bergen Hans Sattler 1/2 und Hans Kunheuser, ein Laienbruder und arm findlos Mensch, 3 1/2 Gulden. Den geringen Rest von 7 Gr. erhielten der Dachdecker und der Maurer, welcher die eingefallne Mauer am Baumgarten des Klosters ausgebessert hatte.
In der zweiten Rechnung Peter Wenigels (1527-28) kamen zu den vorigen Jahres-Einnahmen noch 47 Gr. für 5 Schock Setzlinge (Satzfische), die sich im Teich hinter dem Kloster gefunden hatten. (300 Setzlinge = 564 pf., ein Fisch ziemlich 2 pf.)
Die Gesamteinnahme betrug 9 fl. 18 Gr., wovon drei arme Laienbrüder Ilgen Oberlender, Nickel Sagk und Hans Kunheuser 1-3 fl. erhielten. Das Uebrige wurde zum Bau im Kloster verwendet. Die Anfertigung einer Lade zur Aufbewahrung der Register der Mönche kostete 5 Groschen.
Die letzte Halbjahrsrechnung für 1529 verzeichnet eine Einnahme von 2 1/2 fl. 7 gr. Zins und keine Ausgabe. Sie enthält ein unvollständiges Verzeichnis der Grundstücke, des Kirchen- und Hausgerätes und der Schuldner. Als Besitz des Klosters wird angegeben: Ein Stück Gehölz im Forst bei Plauen mit 2 anliegenden kleinen Teichen, 2 Teiche bei Altensalz, der Siechenteich, der Teich hinter dem Kloster an der Stadtmauer und neben diesem eine Ziegelhütte, die an 2 Plauensche Bürger gegen Zins überlassen war; dazu 2 Wiesen bei Taltitz - Klosterwiese und Mönchslohe genannt. - Außerdem werden aufgeführt 5 1/2 Zentner Zinn-Gefäße, meist mit Holz und Eisen belegte Leuchter, die in Gegenwart des Amtmanns Nickel von Techwitz (1525-27) und des Rates gewogen worden waren. Von diesem Zinn hatte der Amtmann 18 Pfund, der Rat 50 Pfund, der Landrichter 8 Pfund und der spätere Amtmann Daniel v. Feilitzsch 3 1/2 Pfund zum eignen Gebrauch behalten. Von Küchen- und Hausgerät hatte der Amtmann verschiedenes geliehen, z. B. große messingene Zierbecken und einen Wiltkumb, d. h. einen Becher für den Willkommentrunk. Andere Gegenstände, wie Töpfe und Kessel, wurden in der Amtsküche verwendet. Von alten Kisten hatte man die 3 besten genommen, „um dem gnädigen Herrn (dem Kurfürsten Johann) das Silbergeschmeide und Meßgewand darinnen; verwahrt gegen Weimar zu schicken.” Man ist also mit dem Klostergut sehr willkürlich umgegangen.
Dem Kloster schuldeten Ritter Moritz von Feilitzsch zu Treuen 1000 fl., Georg von Geilsdorf zu Reuth 100 fl., Joseph Levin Metzsch zu Mylau 115 fl., Wolf von Geilsdorf zu Kloschwitz 30 fl., Wolf Beyer zu Plauen 100 fl., der obere Bader daselbst 60 fl. und Wolf Gebhart 40 fl. - Am Ende seines Berichtes an den Kurfürsten Johann fügt der Schösser hinzu, daß der Siechenteich an das Amt Planen zurückgefallen sei und daß die zwei Taltitzer Wiesen von der Amtschäferei Kemmler benutzt würden.
Eine strengere Ueberwachung des Klostergutes verlangte die Regierung von Adam Löber, dem Amtsnachfolger Peter Wenigels. Auch bei der ersten Kirchen- und Schulvisitation vom Frühjahr 1529 hatten sich Mißstände in der Verwaltung der Klöster durch die Aemter herausgestellt. Als bei der Visitation des Klosters in Plauen am 5. März 1529 auch die Schuldner vernommen wurden, erklärte M. von Feilitzsch, daß er wegen der schuldigen 1000 fl. mit Hans Edlen von der Planitz und den von Hermannsgrün in Rechtshandel stehe, der erst nach der Rückkehr des Kurfürsten vom Reichstag zu Speier zum Austrag gebracht werden solle. Joseph Levin Metzsch aber erklärte, daß sein Vater 100 noch nicht ausgezahlte Gulden dem Kloster vermacht, aber auch schon früher 100 fl. dahin gegeben habe. Da die Mönche sich verpflichtet hätten, diese zurückzuzahlen, wenn die ausbedungenen Gesänge unterbleiben sollten, so habe er die bezahlten 100 fl. gegen die zu zahlenden 100 aufgerechnet, wozu der Kurfürst Bewilligung erteilt hätte. Da sich ferner entgegen der Behauptung Wolf Beyers herausstellte, daß er von dem verstorbenen Erhart Sedler testamentarisch 100 fl. zur Stiftung einer Messe erhalten hatte, so musste er einwilligen, den Ertrag von einem erkauften Gut in Demeusel, jährlich 4 alte Schock = 80 Groschen, für die Schuld einzusetzen.
Bald darauf hielt es der Kurfürst für nötig, sämtliche Klostergüter des Landes behufs einheitlicher Verwaltung und schärferer Aufsicht in Sequestration d. h. in die Verwaltung des Staates zu nehmen. Als staatliche Verwalter (Sequestratoren) für Meißen und Vogtland bestimmte er Ritter Hans von Weissenbach zu Krimmitschau, Günther von Bünau zu Elsterberg im Frankenhof, Georg Trützschler zu Falkenstein und Bürgermeister Herrmann Mühlpfort zu Zwickau. Nach dem sie am 1. Juni 1531 eine Anweisung für ihre Amtsgeschäfte erhalten hatten, unterzog Trützschler noch in demselben Monat die geistlichen Güter im Vogtland einer Besichtigung und visitierte am 28. und 29. Juni auch das Kloster zu Plauen.
Nach einem Rechnungsabschluß des Amtschössers Adam Löber auf 3 1/2 Jahre von 1529-32 wurden 29 fl. 15 1/2 gr. vereinnahmt und nur 12 fl. 12 gr. 5 pf. verausgabt, sodaß ein Ueberschuß von reichlich 17 fl. für kirchliche Zwecke verblieb. Unterstützungen erhielten die beiden ehemaligen Klosterbrüder Nickel Sagk für 3 1/2 Jahre 2 fl. und Johann Kunheuser 32 gr. zu seiner Bekleidung.
Die meisten Ausgaben entfielen auf die Klostergebäude: Da wurden kleine Türen vermauert, damit nicht jedermann ein- und auslaufen konnte. Für einen Büchsenmeister ließ man Stube und Gemach mit Esse und Herd erbauen. Das Kirchendach wurde ausgebessert, die Kirchhofmauer abgetragen und weggeräumt. Dem Schreiber Georg Rispler wurden 2 fl. verabreicht, weil das schlechte Häuslein, am Klostergarten an der Syra bei der obern Badestube durch ein Hochwasser arg gelitten hatte. Dasselbe, früher ein Heuschuppen, war ihm gegen 5 Groschen Erbzins überlassen worden.
Außerdem hatte Georg Trützschler während seiner Kloster-Visitation beim Wirt Hans Hennebach 20 Groschen 2 Pf. verzehrt und dabei seine beiden Pferde beschlagen lassen.
Von den Erben seines Vorgängers hatte Adam Löber noch ein Verzeichnis des Zinnwerks und anderen Vorrats erhalten. Darin standen verzeichnet 5 1/2 Zentner Zinn, nämlich 2 große Leuchter mit Eisenstacheln, 5 Altarleuchter und ein Stück eines Leuchters, 20 neue und 17 alte Schüsseln, 18 kleine Mönchschüsseln, 2 Konventschüsseln, 3 Bratenteller, 12 Tischteller, 10 Kandeln (Kannen), 11 Becherlen, wovon 1 verloren ging, als Herzog Georg von Sachsen hier gewesen, 1 Harmschyrblen (Harnscherbel, Nachtgeschirr), 1 Stück Blei und eine Kiste, worin das Zinnwerk unverschlossen lag. Dazu verschiedene Küchen- und Hausgeräte von Messing, Kupier und Ton, darunter ein Kohlpfännlein, darüber man die Hände wärmet; ferner eine rotwollene Decke, eine alte grünseidne Decke und 3 Stück von einer ausgenähten, buntseidnen Kulthern (Matratze). Leider standen all die schönen Sachen nur auf dem Papier; der Schösser hatte davon nie etwas zu sehen bekommen.
Die Erben von Peter Wenigel übergaben dem Amtschösser Löber noch ein „aldt zerissen vortzeichnis”, das er den Sequestratoren überlieferte; ein Besitzstandverzeichnis des Klosters, das sich von dem 1527 der Klosterrechnung beigefügten ganz wesentlich unterscheidet und jedenfalls die Klostergüter richtig angibt. Da Wenigel dem Kurfürsten den vollen Besitzstand des Klosters verheimlicht hatte, kann seine Verwaltung nicht als gewissenhaft bezeichnet werden.

Folgende Geldzinsen werden aufgeführt:
Endres Raschkau zu Jhansgrün (Gansgrün) jährlich 6 fl. (Gulden);
Jobst Fleischmann zu Waldtpach (Wohlbach) 30 gr. (Groschen),
Hunger zu Taltitz, 26 gr.,
Hans Fratzscher zu Kirschkau und Kaspar Gorquitz je 28 gr.,
Herr Moritz v. Feilitzsch 50 fl.,
der Rat zu Plauen 10 fl.,
Wolff Beyer 5 fl.,
Hans Setler 1 fl.,
Georg Morkart zum Spilmes (Spielmeß bei Tanna) 5 fl.,
Veit Roder 3 fl., welche das vergangne Jahr rückständig geblieben sind;
die Tuchmacher zu Plauen 4 Schock 14 Gr.,
die Bruderschaft St. Wolfgang 1 fl., jährlich etwa 2 fl.,
Nickel Berthelt zu Ramerßreuth (Ramoldsreuth bei Oelsnitz i. V.) 4 gr., hat in 2 Jahren nichts gereicht;
Endres Oltzan zu Oberlosa 32 pf.,
die Plaulin von ihrem Garten 16 pf. und 1 Huhn.

Kornzinsen:
Hans v. Machwitz 4 Scheffel Korn, Hofer Maß, 3 Scheffel Gerste und 3 Scheffel Hafer, ist aber auch 2 Jahre nichts gefallen;
einer zu der Grün, der Narr genannt, 2 Scheffel Korn. (v. Raab vermutet eine alte Stiftung von Narr Faßmann zu Sachsgrün, der 1386-88 erwähnt wird.)
Heintz v. Feilitzsch 1/2 Scheffel Weizen oder Erbsen auf Vorwerk Tobertitz, dieses Jahr ausgeblieben;
Hans v. Feilitzsch zu Heinersgrün 1 Scheffel Korn auf Vorwerk Kamnitz.

Barschaft an Geld, noch nicht ausgegeben:
200 fl. beim Rat zu Plauen für das verkaufte Termineihaus in Zwickau.
100 fl. von der verkauften Obern Badstube, davon 60 fl. bei dem Bader Meister Erhardt.
120 fl. Herr Konrad Metzsch von der abgelösten Bardtmühle.
13 fl. hat Peter Schilling wegen der Kerzen vom Predigtstuhl.
20 fl. soll der Schösser von Oelsnitz abfordern von 2 Bauern zu Gornitz wegen Vincenz Aginter gottseliger.

Grundstücke und Häuser:
Zwei Hölzer, eins im Forst, das andre hinter Neundorf, die Kolung genannt,
Zwei Wiesen bei Taltitz, Klosterwiese und Mönchslohe genannt;
Wiese bei Kloschwitz, Mühlwiese genannt, darauf geliehen Heinrich von Geilsdorf 300 fl.
Steinbruch am Straßberger Wege, worin Gerthlen (Gärtlein) gelassen, Göbell Roßner, 3 gr. jährlich; hat im vorigen Jahr nichts gegeben.
6 Teiche: Siechenteich, 2 zu Altensalz, 2 zu Syrau im Klosterholz und ein (Kloster-) Mühlteich mit 2 Behältern.
Ein Weinberg bei Altenberga hinter Kahla an der Saale.
Ein Miethaus am Klosterkornhaus in Plauen, vermietet 1 Jahr für 2 alte Schock 40 gr.
Ein Haus in Hof; ein Haus zu Gera auf dem St. Niklasberg; ein Haus auf dem (-in) Schneeberg; ein Haus zu Oelsnitz mit Aeckern, Garten und einem Holz, dem Kloster von Vincenz Aginter beschieden.

Verschiednes:
Was von Silberwerk dem Kloster zuständig ist, hat der Rat zuvor verzeichnet.
2 Stein Unschlitt (= 40 Pfund Inselt = Talg) gibt der Rat am Andreastag.
1 Stein Unschlitt gibt Heinrich Bestell von seiner Bank auf diese Zeit.
5 Eimer Wein hat das Kloster von Wolf von Weissenbach wegen seiner Mutter, wofür der Konvent täglich singt: Gaude, dei genitrix (Freue dich, Gottes Gebärerin).
2 Eimer Rotwein gibt Herr Konrad Metzsch, wenn er in seinem Berge gerät, zum Messehalten.
6 Schock gr. geliehenes Geld ist schuldig Hans Fraß dem Kloster wegen seines Vaters.
4 fl. Ruthert Schneider ist von der Freundschaft seiner vorigen Frau innen gelassen dem Kloster zu verrichten, bisher verblieben.
Ein Kelch mit Meßgewand ist geliehen Georg Thoß zu Stöckigt, welches wir bisher nicht erlangen konnten.

In das „alte zerrißene Verzeichnis” ist noch 1517 die Stiftung der Feilitzsch von 1 Scheffel Weizen oder Erbsen eingetragen worden; es war demnach nicht veraltet. Bei einer großen Anzahl jener Schenkungen scheinen die Urkunden verloren gegangen zu sein. Der Schösser Peter Wenigel ist nicht darauf bedacht gewesen, entzogne Einnahmen dem Kloster wieder zuzuführen. Vielleicht war ein Teil derselben sofort dem „Gemeinen Kasten” (der Gemeindekasse) und ein andrer dem Amt überwiesen worden. Aber unklar bleibt es, warum die Schösser ein Reihe Bezüge nicht in Rechnung brachten.
An das alte Verzeichnis schloß Adam Löber noch einen Bericht über dasjenige Klostergut an, das bei der Auflösung des Klosters in die Verwaltung des Amtes Plauen übergegangen war. Darnach ist von der Ziegelhütte ein jährlicher Zins von 1 fl. unter die Erbzinsen gezogen worden, wie denn die Inhaber solcher Ziegelhütten des Kurfürsten Verschreibung haben. Ferner wurde 1 Stein Unschlitt von Heinrich Bestels Bank neben dem andern Amts-Unschlitt berechnet. Endlich hatte der Schösser etliche Klosterteiche gefischt, die gefangnen Karpfen in einen Behälter gesetzt und Fische aus anderen Teichen dazu getan, zusammen 33 /2 Schock Karpfen. Die-selben wurden zu gelegner Zeit verkauft, und zwar von den vorgefundnen 25 1/2 Zentner 1 Zentner für 1 gutes Schock Groschen. (100 Pfd. = 60 gr. = 720 pf., 1 Pfd. - 7 1/5 pf.)

Die staatlichen Sequestratoren Günter von Bünau im Frankenhof zu Elsterberg und Georg Trützschler zum Falkenstein wandten sich um weitere Auskunft auch an den Rat zu Plauen. Derselbe betonte, daß das gestellte Verlangen ihm durchaus beschwerlich sei und er in Zukunft mit dieser Sache verschont zu bleiben hoffe. Die Antwort enthält Folgendes:
1. Die verstorbene Ehefrau des Kunz von Hermannsgrün, Mertten (= Martin) Römers etwa Amtmanns zu Zwickau nachgelaßne Witwe, hat 1000 fl. Hauptsumme, welche Herr Moritz von Feilitzsch, Ritter auf Treuen, jährlich mit 50 fl.zu verzinsen innehat, nach Plauen ins Kloster testiert und gegeben.
2. 200 fl. Hauptsumme steht beim Rat. Die Zinsen dafür hat Peter Wesidel, ein Klosterbruder, der viel ins Kloster eingebracht, beim seligen Kurfürsten erbeten, sein Leben lang ihm zu reichen. Sind ihm jährlich zugestellt. Er hat jetzt sein Anwesen zu Freiberg im Kloster.
3. Erhardt Sattler seliger, Bürger von Plauen, hat 100 Gulden ins Kloster geeignet, die Wolf Baier eingenommen. Nachdem die Zinsen in den Gemeinen Kasten verordnet sind, hat er etliche Jahre nicht mehr als 4 alte Schock 8 gr. 4 pf. bei einem Bauer in Demeusel angewiesen; das übrige ist er noch schuldig. (88 gr. statt 105 gr. bei 5%.)
4. Hans Sattler, welcher jährlich 1 fl. ins Kloster reichen sollte, will persönlich berichten.
5. Das Tuchmacherhandwerk gab 4 Schock 14 gr., weil von den Mönchen Jahrgedächtnisse, Messen und Vigilien gehalten wurden. Durch kurfürstliche Entscheidung sind sie von dieser Leistung befreit worden, reichen aber diesen Beitrag auf Bitten der Visitatoren und des Rats jährlich in den Gemeinen Kasten.
6. Die St. Wolfgangsbruderschaft, bestehend aus Brüdern und Schwestern (Männern und Frauen), gab jährlich 1 fl. ins Kloster. Wem es beliebt, ist von der Bruderschaft abgestanden. Das Geld fließt auch in den Gemeinen Kasten.
7. Die 60 fl., die auf der obern Badstube stehen, und die 40 fl. bei Wolff Gebhartt werden ebenfalls in den Gemeinen Kasten verzinst.
8. 200 fl. vom verkauften Termhaus in Zwickau waren beim Rat hinterlegt. Auf Ansuchen der Mönche und auf kurfürstlichen Befehl wurde ihnen ein Teil gereicht; der andere Teil wurde dem seligen Kurfürsten mit dem silbernen Geschmeide und den Kleinodien überantwortet.
9. Inbetreff der 120 fl., die Ritter Konrad Metzsch dem Kloster zugeeignet haben soll, hat der Rat keine Kenntnis.
l0. Der Steinbruch ist noch vorhanden, aber so fest geworden, daß ihn niemand braucht; er bleibt liegen.
11. Von den 13 fl. bei Peter Schilling wurden die Kerzen bei der Predigt im Kloster gereicht. Davon werden jetzt jährlich 13 gr. in die Pfarre gegeben. weil man bei Verkündigung des göttlichen Wortes Kerzenlicht braucht.
12. Das Kornhaus ist auf Befehl durch den Amtmann Daniel v. Feilitzsch dem Rat überlassen worden und wird verwendet zur Einstellung der Heerwagen, Büchsen und anderer Dinge.
13. Das Miethaus, daneben gelegen, ist dem Kloster zuständig.
14. Das Termhaus der Hofer Barfüßermönche (Franziskaner) in Plauen wurde viele Jahre vor der Bauern Aufstand (1525), weil das Häusel baufällig war, dem Rat in Plauen erblich zugestellt, daß es gebessert würde. Vier Brüder, jährlich einer, wurden darin erhalten; derselbe predigte wöchentlich einmal. Seitdem evangelischer Gottesdienst besteht, hat der Rat das Haus auf eines Menschen Leben lang verkauft. Ueber die Termhäuser zu Schneeberg und Gera ist dem Rate nichts bekannt.
15. Wer den Weinberg der Mönche in Altenberga bei Kahla jetzt inne hat, weiß der Rat nicht.
16. Von der Fleischbank der Mönche, welche jetzt die jungen Pestel inne haben, fielen jährlich 2 Stein Unschlitt dem Kloster zu. Nach Entblößung desselben wurde 1 Stein Unschlitt jährlich dem Schösser ins Amt gereicht. Wegen des zweiten Steines ist dem Rat nichts bekannt.
Die Pleullin hat dem Kloster jährlich 16 pf. gezinst, die jetzt in den Gemeinen Kasten verordnet sind. - Auf dem Garten der Pleullin lag als Abgabe eine „fulle hänne” (volle Henne). Diese Verpflichtung hat Bürgermeister Nickel Toltz viele Jahre vor der Entblößung des Klosters den Mönchen erblich abgekauft. Er ist erbötig, Brief und Siegel vorzulegen.
17. Das silberne Geschmeide und die Kleinodien (kirchliche Gerätschaften) wurden auf Befehl dem Kurfürsten überantwortet. - Privilegien und Verschreibungen hat der Rat nicht empfangen; allein etliche Bücher sind noch beihanden. - Was die Herren der Visitation in den Gern. Kasten geordnet haben, ist aus deren Auszug zu vernehmen. - Ueber eine Schuld des Hans Fraß (1538 und 1541 Ratsherr) von 6 alten Schock Groschen und über eine solche des Rutthart Schneider von 4 fl. ist dem Rat nichts bekannt.
Das Haus mit Garten in der Vorstadt zu Oelsnitz i. V., welches vormals Vincenz Aginter dem Kloster vermacht hatte, wurde von Kurfürst Johann dem Dr. Philipp Rosenecker zu Oelsnitz in Lehen gereicht. Als Kurfürst Johann Friedrich 1534 die Belehnung erneuerte, wurde dabei betont, daß dieses Haus dem Kurfürsten zur Verleihung und Vererbung anheimgefallen wäre.
1535 war Dr. Philippus Jacobus Rosennecher Ratsherr in Plauen, 1536 daselbst Bürgermeister und seitdem kurfürstlicher Rat.
1538 befahl der Kurfürst dem Hauptmann zu Vogtsberg und Plauen Christoph Edlen von der Planitz, darüber zu wachen, daß dem Predigerkloster zu Plauen nichts von seinen Rechten und Gütern entzogen würde. Außerdem sollte er Christoph von Falkenstein vorladen wegen zweier Wiesen, auch die von Weißbach wegen eines Weinberges bei Altenberga und den Dr. Rosenecker wegen eines Hauses zu Oelsnitz und einiger Erbstücke und sie befragen, wie sie in den Besitz des Klostergutes gekommen sind und warum sie keine Zinsen zahlen. Chr. v. Falkenstein war kurfürstlicher Hofmarschall und Besitzer von Magwitz, zu welchem Gut er wohl die 2 Wiesen zu Taltitz gezogen hatte. Die staatliche Verwaltung (Sequestration) hatte somit nach 6 Jahren die Verhältnisse des Klosters noch nicht geordnet.
Nachdem das Vogtland 1547-63 wieder unter den Burggrafen gestanden hatte, beauftragte 1569 Kurfürst August seinen Hauptmann im Vogtland Christoph Edlen von der Planitz zu untersuchen, wie es mit den 1000 fl. stehe, die Ritter Moritz von Feilitzsch dem Kloster schuldete. Da der Kurfürst aus den eingereichten Rechnungen ersah, daß die Lehnserben der Feilitzsch seit 20 Jahren keine Zinsen bezahlt hatten, drang er auf sofortige Bezahlung oder auf Eintreibung durch gerichtliche Hilfe. Der damalige Besitzer von Treuen, Jobst Kaspar von Feilitzsch behauptete, daß er von dieser Schuld überhaupt nichts wüßte, und über sie weder eine Urkunde noch eines Menschen Zeugnis zu erbringen sein würde. Darauf verlangte der Kurfürst 1571 vom Amtmann zu Vogtsberg, er solle berichten, welche Beweise für die Schuld vorhanden wären, oder mit welchen Gründen dieselbe angefochten würde. Der Kurfürst wandte sich nicht an die Ernestiner in Weimar, weil die beiden sächsischen Fürstenhäuser gegen einander gereizt waren. Weiteres über das Schicksal der 1000 fl. und über anderes Klostergut wird uns später berichtet.
Zu dem Besitz des Klosters rechnet Professor W. Fischer auch das Eigentum der St. Wolfgangskapelle sowie das der beiden Bruderschaften von St. Wolfgang und Corporis Christi (Fronleichnam). Er stützt seine Annahme darauf, daß die genannte Kapelle mit dem „Bettel und Almosen” erbaut worden ist. Es wird darüber gesagt: „Sie soll bei Menschengedenken aus Andacht von frommen redlichen Bürgern mit Namen der alte Nicol Thusmer, Kilian Rodersdorf und Meister Hans Pader mit Erlaubnis und Vergunst Herrn Georg Wesidels, Komtur allhier, mit dem Bettel und Almosen erbaut worden sein. Zwar lebten auch die Predigermönche vom Bettel und Almosen, daher die Bezeichnung Bettelmönche; aber daraus läßt sich noch nicht schließen, daß die Kapelle von deren Bettel erbaut wurde. Vielmehr ist aus jener Mitteilung zu entnehmen, daß sie aus freiwilligen Gaben der genannten Bürger und vieler ungenannten errichtet worden ist. Ferner betont Fischer, daß die Gemeinkasten-Rechnungen (1529-46) von der „St.Wolfgangsbruderschaft im Kloster” reden, nämlich „ein silberner vergoldeter Kelch der Bruderschaft zu St. Wolfgangs im Kloster zuständig, beim Rat allhier zu bekommen.” Das wird bedeuten: Der Kelch war von der Bruderschaft dem Kloster gestiftet und deshalb dem Kloster zuständig. - Einen weiteren Beleg zu der „St. Wolfgangsbruderschaft im Kloster” führt Fischer in seinem Aufsatz „Die kirchlichen Gerätschaften” nicht an. Wenn aber diese Wortverbindung sonst noch vorkommt, so kann sie auch bedeuten, dass diese geistliche Bruderschaft in einem der leeren Klosterräume einen Versammlungsraum erhalten hatte. - Daß die St. Wolfgangskapelle und die 2 Bruderschaften zum Kloster gehört hätten, wird an den zahlreichen Stellen, wo von ihnen die Rede ist, nirgends gesagt. Mit demselben Recht könnte man behaupten, sie hätten zum Deutschen Ordenshaus in Plauen gehört; denn der Landkomtur hatte die Kapelle einem seiner Schreiber verliehen und diesen als Kollator investieren (belehnen) lassen. Ferner stand in der St. Johanniskirche ein Altar zum heiligen Kreuz, zu dem man die Fronleichnamsbruderschaft (corporis Christi) in Beziehung setzen könnte. Aber auch eine solche Annahme ist abzulehnen, weil sie einer sichern Begründung entbehrt. Vielmehr ist aus den Urkunden zu entnehmen, daß jene Kapelle und die beiden Bruderschaften selbständige Stiftungen im kirchlichen Leben Plauens gewesen sind. Wir können deshalb ihre Besitzungen mit dem Klostergut nicht vermengen.

Aus den Akten des Stadtarchivs zu Plauen hat W. Fischer ermittelt, was 1529-46 aus dem ehemaligen Kloster noch zu dem Gemeinen Kasten gekommen ist.
1. 4 fl. Hauptgeld, „zum heiligen Geist”, einem Altar in der Klosterkirche verordnet, bringen jährlich 4 gr. Zinsen. - Aus alten Tüchern dieses Altars wurden 1531 noch 1 Schock 15 gr. gelöst.
2. 197 fl. Hauptgeld, vom Kloster herrührend samt Erhardt Setlers, zinsen 9 fl. 13 gr. 6 pf.
3. Erbzinsen zum Kloster samt dem Wasserlauf zum unteren Bader. 4 Bürger zinsen 18 gr. 4 pf.
4. 300 fI. Hauptgeld Katharinas von Hermannsgrün zum Kloster testiert, durch Herrn Moritz von Feilitzsch vermöge kurfürstlichen Befehls überantwortet, tragen jährlich 15 fl.
5. 77 fl. Hauptgeld, von den 400 fl. herrührend, so Herr Moritz von Feilitzsch auf Treuen von der Hermannsgrünerin Testament erlegte, wie vorher 300 fl. verzeichnet. Das Uebrige ist verbaut worden in Herrn Hülers Haus (Diakonatgebäude). Sie tragen 3 fl. 17 gr. 3 pf. Zinsen.
Durch diese Angaben unter 4 und 5 erledigt sich zum größten Teil die Ungewißheit betreffs der 1000 fl., die des Kunz von Hermannsgrün Frau dem Kloster vermacht hatte und die Moritz von Feilitzsch mit 50 fl. jährlich verzinsen musste. Hiernach hat derselbe 1540-46 dem Rat diese Gelder überantworten lassen. Fischer vermutet, daß Burggraf Heinrich IV. 1549 die übrige Summe einziehen ließ.
6. 110 fl. Hauptgeld auf den Häusern, im Kloster erbauet 1540, tragen jährlich 5 fl. 10 gr. Es sind 8 Häuser, auf welchen 8 kleinere Kapitalien stehen. Als Besitzer werden besonders genannt Claus Höller mit 26 fl. und Christoph Peisel mit 7 fl. Ich nehme an, daß auf dem leeren Klosterhof nach der Aufhebung des Klosters jene 8 Häuser erbaut wurden und die Besitzer derselben für den Baugrund die Jahreszinsen an den Rat zu entrichten hatten. Da die Stadt durch Mauern eingeengt war, so fehlte es an Baugrund, und die Bürger ergriffen mit Freuden die Gelegenheit, „ins Kloster und am Komturhof etzliche gar neue Häuser zu erbauen”. Deshalb ist es auch ungewiß, ob das Bild „Das Kloster vor dem Brande von 1844” (in „Alt-Plauen in Wort und Bild”, 1903; Seite 52) das ursprüngliche Klostergebäude veranschaulicht. Jene völlig ungleichen, teilweise recht kleinen Häuser machen viel eher den Eindruck, daß es diese 8 sind, die von Bürgern erbaut wurden.
7. 70 f1. Hauptgeld zum Nonnenhaus tragen 3 1/2 fl. Von diesem Haus ist später ausführlich die Rede.
8. 34 fl. Hauptgeld, Johann Kunheusers Anteil aus dem Kloster und anderswo, tragen jährlich 1 fl. 4 gr. 3 pf. -Hieraus erklärt es sich, warum dieser frühere Laienbruder besonders reichliche Gaben empfing.
9. 30 fl. Hauptgeld von einer Wiese zu Kloschwitz, dem Kloster zuständig gewesen, wofür Wolf v. Geilsdorf zu Straßberg seinen Bauern zum Roda (Rodau) Nickel Heller auf 3 Jahre eingesetzt hat; er zinst jährlich 1 fl. 7 gr. 6 pf.
10. 150 f1. Hauptgeld von den 2 Wiesen zu Taltitz - Elsterwiese (sonst Klosterwiese) und Mönchslohe genannt - dem Sebastian von Neypergk zu Dobeneck verkauft, tragen jährlich 71/9 fl.
11. 80 fl. Hauptgeld Georg von Geilsdorf zur Reuth, vom Kloster herrührend, zinst jährlich 4 fl.
Der Rat erklärte weiter, daß bei ihm 200 f1. Hauptgeld stünden, dessen Zinsen der Klosterbruder Peter Wesidel, zur Zeit im Kloster zu Freiberg, erhalte, weil er viel ins Kloster eingebracht habe. Diese 200 f1. sind in 4 Posten ausgeliehen: 60 fl. an Lucas (Kontzmann), Bader; dafür steht seine Badestube; er zinst jährlich 3 fl.; 40 fl. an Wolff Gebhart auf seine Wiesen in der Aue, zinst 2 fl.; 84 fl. an Heinrich Franz zu Demeusel wegen Erhart Sadlers; dafür steht sein Gut, zinst 4 fl. 4 gr. 8 pf.; 16 fl. an Wolff Beyer von Erhart Sadlers, dafür steht seine Scheune vor dem Straßbergertor, zinst 16 gr. 4 pf.
Die Visitatoren hatten zwar 1529 verfügt, daß des oberen Baders und Gebharts Schulden dem Schösser ins Amt gereicht würden, aber auf Befehl des Kurfürsten fielen sie dem Rate zu.
Aus dem Predigtstuhl des Klosters waren dem Rat außer 3 Chorhemden 13 fl. zugekommen. Dieses Geld hatten in der letzten Zeit des Klosters Prior Pregler und Prediger Stürz von den Bürgern zum ewigen Licht zum Predigtstuhl erbeten und an Peter Schilling auf dessen halben Garten an der Syra ausgeliehen.
Das Klostergrundstück mit Gebäuden, Garten und Teich wurde dem Rat für den Gemeinen Kasten überwiesen. Ein Teil der Gebäude wurde in bürgerliche Wohnungen umgewandelt; denn schon 1529 werden darin 16 Haushaltungen erwähnt, darunter 2 ehemalige Insassen des Klosters Meister Sebald und Bruder Ilg (= Aegidius Zerenner?) ferner der Stadtschreiber Georg Rispler und der Plauische Landknecht Hans Richter.
Die Entwickelung Plauens wurde außerordentlich zurückgeworfen durch den allgemeinen Stadtbrand des Jahres 1548, dem auch ein Teil der Klostergebäude erlag. 20 Jahre vor dem Brande wurden 217 „Mannschafft” verzeichnet; bis Anfang 1548 waren aber „etliche gar neue Häuser ins Kloster und am Komturhof erbaut worden”, sodaß in die 247 Mannschafft und Feuerstätten vorhanden waren. Ein halbes Jahr nach dein Brande gab es erst wieder 40 Feuerstätten. Auch die Klostermühle, erst nach 1504 erbaut, wurde ein Raub der Flammen. Infolgedessen verkaufte der Gemeine Kasten 1554 die Brandstätte mit Zubehör an Rat und Gemeinde für 100 fl. Nach dem Wiederaufbau wurde die Mühle verpachtet und diente gleichzeitig als Lohmühle zur Herstellung der Gerberlohe. Nachdem der Rat sie verkauft hatte, wurde sie mit zur Schneide- und Sägemühle ein-gerichtet. Bei der großen Wasserflut 1834 erlitt sie arge Beschädigungen. Sie wurde 1873 abgetragen und der Klosterteich zugefüllt. Bei dem großen Stadtbrande von 1635 wurde das Kloster aufs neue in Asche gelegt; der letzte große Brand von 1844 hat besonders durch den nachfolgenden neuzeitlich geregelten Aufbau der Stadtteile die letzten Spuren des Klosters ausgetilgt.


Das Nonnenhaus

Erst im Jahre 1904 wurde die Ortsgeschichte von Plauen durch die Mitteilung bereichert, daß hier neben dem Dominikanerkloster ein Regelhaus von Dominikanerinnen bestandenhat. Siegl's Fund im Stadtarchiv zu Eger brachte uns diese überraschende Nachricht, die W. Fischer durch Auszüge aus dem Ratsarchiv zu Plauen ergänzte. Bis dahin hatte man angenommen, daß der Hinweis auf Nonnen in Plauen sich nur auf das Nonnenkloster zu Kronschwitz bezöge, das in und um Plauen manches Klostergut besaß. Schon 1301 war Schwester Agnes von Plauen Priorin zu Kronschwitz, ebenso 1328 Mechthilde von Plauen. 1367 bewilligte Vogt Heinrich von Plauen für seiner Mutter Schwester Jungfrau Anna von Käfernberg, Klosterfrau in Kronschwitz, 4 Mark jährlichen Zins in der Altstadt Plauen und zwar auf 3 Häusern. Zwei Schwestern des Vogts Heinrich von Plauen, Dorothea und Barbara, waren 1369 Klosterjungfrauen in Kronschwitz. Nach dem Erbbuch des Amtes Plauen von 1506 besaß dieses Kloster in der Stadt Plauen 12 Zinspflichtige mit 14 Häusern, die zusammen 66 gr. Erbzins gaben.
Nach den im Stadtarchiv zu Eger aufgefundnen Urkunden - zwei Briefen der Priorin von Plauen und des Ordensprovinzials an den Rat zu Eger aus dem Jahre 1519 - bestand hier ein Regelhaus der „Schwestern der dritten Regel zur Buße des heiligen Dominikus.
Kirchliche Vereinigungen von Frauen gab es schon frühzeitig. Solche Frauenhäuser nannte man Beginenhöfe, Klausen, Samnuugen, Einungen oder Seelhäuser; sie verbreiteten sich von Holland ins Reich. Ihre Insassen bezeichnete man als Beginen, Klausnerinnen, willige Arme, oder Schwestern. Die erste Ordensregel war für Mönche bestimmt, die zweite für Nonnen und die dritte für Bußbrüder und Bußschwestern, welche sich im Gemeindeleben einem
Kloster anschlossen, ohne in dasselbe einzutreten. Sie lösten sich weder von der Familie noch vom Berufe, führten aber ein von der Welt zurückgezognes Leben der Buße und Enthaltsamkeit. 1285 schrieb der Dominikaner-Ordensgeneral Munio von Zamora ihnen eine Regel vor, die später (1405 und 1439) von den Päpsten ausdrücklich anerkannt und bestätigt wurde.
Nach einer Urkunde Heinrich des Aelteren Vogtes von Plauen haben daselbst schon im Jahre 1300 Beginen einen dauernden Wohnsitz gehabt. Vielleicht bildeten sie hier den Grundstock zum Regelhause der „Sammlung der Schwestern der dritten Regel zur Buße des heiligen Dominikus.” Möglich ist es auch, daß die Dominikanerinnen zu Kronschwitz, unter ihnen besonders die Mitglieder der Vogtfamilie von Plauen, die Gründung des Regelhauses veranlaßten. Die Haupttätigkeit dieser Schwestern bestand in Krankenpflege, Dienstleistungen für den Haushalt der Dominikaner und in Almosenheischen. An ihrer Spitze stand eine Priorin, die von den Schwestern gewählt wurde. Das Regelhaus zu Plauen, welches zwischen dem Kloster und dem Nonnenturm lag, unterstand ebenso wie dieses der Aufsicht und Rechtsprechung des Ordensprovinzials von Sachsen. Der Name Nonnenhaus erscheint erst nach Aufhebung des Klosters in den Rechnungen des Rats für den Gemeinen Kasten, war aber vielleicht schon lange im Volke gebräuchlich. - Ein Wahrzeichen Plauens aus dem Mittelalter erinnert noch heute an das Nonnenhaus, es ist der Nonnenturm, der unter dieser Bezeichnung erst 1563 erwähnt wird, aber diesen Namen wegen des nahe dabei gelegnen Nonnenhauses gewiß schon längst führte. Erbaut ist er, als die Stadt mit einer Mauer umgeben wurde. Als Eckturm, zwischen der Mauer entlang dem unteren Graben und der Mauer, die sich nach dem Klostermarkt hin zog, gehörte er zu den Befestigungswerken; seine starken Mauern haben auch den großen Stadtbränden getrotzt. Längs dieser alten Stadtmauer, die vom Nonnenturm nach dem Klostermarkt lief und nach 1430 abgebrochen wurde, ist viel Land aufgefüllt worden, besonders nach dem letzten großen Brand von 1844.
Im Zinsbuch von 1382 heißt es: Friedrich Rentsch (das Frauenhaus) zinset von dem Haus, darinnen er sitzt, bei dem Turm in der Nonnengasse gelegen, 4 Groschen jährlich.
In den Rechnungen des Amtes Plauen von 1505-1507 werden die Nonnen ebenfalls erwähnt; sie lieferten für die Kapelle auf dem Schlosse Wachskerzen zur Kirchweih.
Licht in das Dunkel des Nonnenhauses brachten die erwähnten zwei Briefe an den Rat der freien Reichstadt Eger vom Jahre 1519. Sie stammen von der Priorin zu Plauenund von dem Ordensprovinzial D. Hermann Rabe und betreffen die Errichtung eines Regelhauses in Eger.
In Eger hatten sich die Dominikaner 1296 niedergelassen und sich der sächsischen Ordensprovinz angeschlossen. 1494 verlangte das Generalkapitel des Ordens zu Ferrara den Anschluß an die böhmische Ordensprovinz, aber das Kloster zu Eger weigerte sich mit Erfolg, war also dem deutschen Wesen treu zugetan.
Um Krankenpflegerinnen des Dominikaner-Ordens zu erlangen, hatte sich 1519 Bürgermeister Georg Daniel zu Eger an das Regelhaus der Nachbarstadt Plauen gewendet. Drei Schwestern folgten seiner Einladung zu einer Beratung. Im Juli wurden sie von Plauen mit einem Wagen abgeholt, wohnten im Hause des Bürgermeisters und erhielten vor ihrer Rückfahrt 1 fl. zu einer Ehrung und Fuhrlohn. Sie erklärten sich bereit, einige Schwestern nach Eger zu senden, die den Stamm des dortigen Regelhauses bilden sollten. - Im Dezember kam der Ordensprovinzial D. Hermann Rabe nach Plauen und fuhr nach Eger, um persönlich zu verhandeln. Der Rat bot für die Schwestern eine Behausung und Zinsen an, Beiträge aus der Stiftung der „reichen Schüssel” und Kleidung aus der Stiftung des Gewandschnittes. (Letztere Einrichtung bestand auch in Plauen.) Das angebotene Haus lag in der Nähe des Deutschen Ordenshauses und der Lateinschule. Die Schwestern verlangten dagegen für alle Zeiten eine Wohnung in der Nähe des Dominikanerklosters, wollten auch die niederen Arbeiten der Dienstmädchen nicht verrichten, erboten sich aber, den Kranken durch Ermahnungen, Vorbeten und anderes tröstlich zu sein. Mit der Bedingung wegen der Lage des Hauses war jedoch der Rat nicht einverstanden. Daran scheiterten die Verhandlungen, und Eger hat nie ein solches Regelhaus erhalten.
Weiteren Aufschluß über das Regelhaus zu Plauen geben die Rechnungen des Rates für den Gemeinen Kasten von 1529-1540 und 1546-1555. Plauen hatte 1529 12 Stadtviertel; Kloster und Nonnenhaus lagen im 2. Viertel des Ratsherrn Wolff Möstel.
Nach Auflösung des Klosters blieben im Regelhaus noch etliche Schwestern; sie empfingen ihren Unterhalt wohl aus Mitteln des Klosters. Die Priorin starb kurz nach Michaelis 1529 und wurde auf Kosten der Stadt begraben. Für das billige Begräbnis wurden an Hans Zeidler 16 pf. und an den Kantor 1 gr. bezahlt. Die übrigen Nonnen im Regelhaus erhielten in demselben Jahre 28 gr. Unterstützung, dann 1 gr. weniger. Obgleich sie zu den armen Leuten gehörten, zahlten sie noch Opferpfennige (Kirchensteuer). 1530-1536 wird nur noch eine „Schwester” im Nonnenhaus erwähnt, Orata Ruthart (Rudert), gewöhnlich Stadtnonne genannt; vielleicht war sie Stadt-Krankenpflegerin. 1536-1537 wohnte in diesem Hause noch eine Frau Tunze, welche dafür 16 gr. Zins an die Stadt bezahlte. 1537-1538 wohnte Schwester Orata als Hausgenossin bei der Schiefferdeckerin; gestorben ist sie vermutlich 1541 oder 1542. Ebenso wie das Kloster war auch das Regelhaus 1525 in den Besitz des Rates übergegangen. Der Rat erhielt es in baulichem Zustand. 1542 wurde der eine Teil des Hauses an den Bürger Heinrich Pestel um 30 fl. und 1543 der andere 1543 Teil an den Bürger Erhardt Hoß um 40 fl. verkauft, brachte also jährlich 3 1/2 fl. Zinsen. Bei den großen Stadtbränden teilte auch das Nonnenhaus das Geschick des Klosters.

Prediger-Brüder des Dominikaner-Ordens in Plauen i. V.

1291 Prior Otto
1292 Walther von Pöhl (auch 1294, 95, 98, 1301, 02)
1294 Prior Heinrich (auch 1309)
1295 Heinrich v. Weida (auch 1298)
  Walther, Volkwein (1298)
  Heinrich von Plauen (auch 1296, 98, 1301)
 

Heinrich undGünther von Schwarzburg (auch 1298)

1298 Nikolaus von Pöhl, Prior (auch 1301 u.2)
1301 Br. Leo (auch 1309)
1304 Heinrich von Gera (auch 1309, 28 u.33)
1309 Hertwig, Subprior Heinrich
1328 Heinrich von Schönberg, Prior; Heinrich von Weida
1349 Prior Friedrich, Lesemeister Nikolaus (auch 1352. 69) Beichtiger des Vogts von Plauen
1358 Prior Heinrich von Pöhl, der Lange genannt
1369 Prior Volrat, 1379 Unterprior, Subprior Dietrich
1379 Prior Lupold von Wolfersdorf; Albrecht von Kotzau, Lesemeister
1430 Nik. Eckart, Konrad Gerber, Laurentius Münster. Kosmo-Töpfer, Nik. Kandeler, Nik.Zeißner, Johannes Zeße
1451 Prior Michael Haußner
1470 Stephan Rudolph
1487 Prior Balthasar Bloßbalk, Johannes von Neuenmarkt (Johann von Neuenmark, 1492 Lesemeister), Subprior; Lesemeister Johs. Füßel und Georg Horn; Subprior Johannes von Regensburg (auch 1492); Prior Tretwein von Zwickau (Nik. Trautwin auch 1503)
1492 Lesemeister Nik. Thußmer
1524 Georg Raudt
1525 Prior Pregler (Herr Peter zu Fröbersgrün), Prediger Dr. Stürz, Jobst Krafftshoffer von Nürnberg, Laienbruder Nickel Sagk, Hans Sattler (Kaplan zu Bergen); Laienbrüder Hans Kunheuser und Ilgen Ober­lender; Peter Wesidel (später im Kloster z.Freiberg), Ilg (=Aegidius) Zerenner, Lesemeister Sebald

Siegel der Dominikaner in Plauen

1. An einer Urkunde des Priors Heinrich und des Konvents der Predigermönche von 1309 befindet sich ein eirundes, oben und unten zugespitztes dunkelrotes Wachssiegel mit zwei einander zugekehrt sitzenden Männern, rechts wohl Christus mit Dornenkrone und Heiligenschein, links wohl Johannes der Täufer mit der Umschrift: CVET (conventus) ORDJS (ordinis) FRM (fratrum) PDJCATOR' (praedicatorum) J (in) PLAV (plawe) = Gemeinschaft des Ordens der Predigerbrüder in Plauen.
2. An einer andern Urkunde, in welcher der Prior Volrat, der Supprior Dietrich, der Lesemeister Nikolaus und die übrigen Mitglieder des Konvents der Predigermönche zu Plauen geloben, auf Bitten von Ulrich Sack zum Besten des von letzterem getöteten Albert Kratzber eine ewige Messe am Altare aller Apostel abzuhalten, Plauen den 6. Juli 1869, befindet sich ein verletztes gelbes Wachssiegel mit zwei Personen, welche wahrscheinlich die Taufe Jesu durch Johannes darstellen, mit der ähnlichen Umschrift ... ORDJS PREDJCATOR'. J. PLAWE. (Haupt-Staatsarchiv Dresden, Urk.-Nr. 3934.).
3. An einem Bittschreiben des Dominikanermönchs Stephan Rudolph an den Bürgermeister und Rat zu Eger, Plauen 17. September 1470, befindet sich ein spitzeirundes in Oblate abgedrucktes Siegel mit der Umschrift: SOCCJE (Societas) PORAT' (prioratus) ORDJS (ordinis) FRAT (fratrum) PREDJCATORJN (praedicatorum in) PLAWEN (plawen) : , Genossenschaft des Priorats des Ordens der Predigerbrüder in Plauen. (Egerer Stadtarchiv, Faszikel 822; Plauen, Predigerorden.).
4. An dem Brief des Ordensprovinzials für Sachsen D. Hermann Rabe an den Rat zu Eger, Plauen 19. Dezember 1519, befindet sich ein rundes Siegel in der Größe eines Markstückes. Die größere obere Hälfte enthält Maria mit dem Christuskinde auf dem rechten Arme. Die Gestalt der Maria reicht bis an die Mitte des Leibes. Unterhalb der beiden Gestalten befindet sich ein Wappen mit einem (vom Beschauer aus) nach links gewendeten Raben. An den Seiten der Maria die Buchstaben H und R. In den 4 Ecken der Rundung ist je ein Kreuz angebracht.